Söldnertruppen

Ukrainekrieg: Südafrikaner senden Hilferufe von der Front

Die jungen Männer seien unter dem Vorwand lukrativer Arbeitsverträge zum Kämpfen verleitet worden, teilt die südafrikanische Regierung mit. Doch von welcher Seite?

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Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa. Er verurteilte die Ausbeutung von südafrikanischen Männern für den Kampf im Ukrainekrieg.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa. Er verurteilte die Ausbeutung von südafrikanischen Männern für den Kampf im Ukrainekrieg.

© Ennio Leanza/AFP

Mehr als ein Dutzend Südafrikaner stecken offenbar derzeit an der Front im Ukrainekrieg fest. Die südafrikanische Regierung teilte am Donnerstag mit, sie werde untersuchen, wie 17 ihrer Staatsbürger als Söldner in den Konflikt geraten waren. Zuvor hatten die Männer den Angaben zufolge Hilferufe in die Heimat geschickt. Die Regierung arbeite nun daran, sie nach Südafrika zurückzubringen.

Die Männer seien unter dem Vorwand lukrativer Arbeitsverträge zum Kämpfen verleitet worden, hieß es in einer Erklärung des südafrikanischen Präsidialamts weiter. Alle seien zwischen 20 und 39 Jahre alt und befänden sich in der ukrainischen Donbass-Region in einer ausweglosen Lage. Der Großteil der Donbass-Region, in der sich die 17 Männer demnach aufhalten, steht derzeit unter russischer Militärkontrolle.

Südafrikas Ramaphosa vermutet Ausbeutung junger Südafrikaner

„Präsident Ramaphosa und die südafrikanische Regierung verurteilen aufs Schärfste die Ausbeutung junger, verletzlicher Menschen durch Personen, die mit ausländischen Militäreinheiten zusammenarbeiten“, hieß es weiter. Südafrika hat laut einem BBC-Bericht eine Arbeitslosenquote von über 30 Prozent, die unter jungen Menschen noch deutlich höher liegt.

„Präsident Cyril Ramaphosa hat eine Untersuchung der Umstände angeordnet, die zur Anwerbung dieser jungen Männer für offenbare Söldneraktivitäten geführt haben“, so die Mitteilung weiter. Die Tätigkeit als Söldner oder das Kämpfen für eine fremde Regierung ist in Südafrika verboten, sofern dies nicht ausdrücklich von der Regierung genehmigt wird.

Kämpften die Männer für Russland oder die Ukraine?

In der Erklärung wurde nicht angegeben, auf welcher Seite die Männer gekämpft haben sollen. Präsidialsprecher Vincent Magwenya gab an: „Das wissen wir noch nicht – deshalb wird untersucht.“

Der Kreml versucht derzeit, seinen Einfluss in Afrika auszubauen. So hat die russische Söldnertruppe Africa Corps, die dem russischen Verteidigungsministerium untersteht, laut BBC in Westafrika faktisch die rivalisierende Wagner-Gruppe ersetzt, nachdem deren Anführer Jewgeni Prigoschin bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Im August warnte dem Bericht zufolge die südafrikanische Regierung junge Frauen zudem davor, auf Jobangebote in sozialen Medien hereinzufallen, die Auslandsstellen – insbesondere in Russland – bewarben.

Doch auch die Ukraine war in der Vergangenheit dafür kritisiert worden, versucht zu haben, ausländische Staatsbürger für den Krieg gegen Russland zu rekrutieren – darunter auch Menschen aus Afrika.

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