UPDATE

Ukrainekrieg

US-Truppen in der Ukraine für 50 Prozent der Seltenen Erden: Selenskyj lehnt Trump-Vorschlag ab

Einem Bericht zufolge wies Selenskyj einen Vorschlag des US-Präsidenten zurück, wonach die Ukraine den USA die Hälfte ihrer Vorkommen von Seltenen Erden überlassen sollte.

3 Min
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei der Münchner Sicherheitskonferenz

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei der Münchner Sicherheitskonferenz

© Sven Hoppe/dpa

Im Gegenzug für die Stationierung von amerikanischen Truppen in der Ukraine wollte die Trump-Regierung, dass die Ukraine den Vereinigten Staaten die Hälfte seiner Seltenen Erden überlässt. Diesem Vorschlag hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nun eine Absage erteilt, wie aus einem Bericht der Financial Times hervorgeht. Selenskyj versuche demnach, einen besseren Deal zu verabreden.

US-Finanzminister Scott Bessent unterbreitete Selenksyj den Vorschlag US-Medienberichten zufolge während eines Besuchs in Kiew am Mittwoch, nachdem Trump angedeutet hatte, dass den USA als Gegenleistung für ihre Unterstützung der Ukraine Ressourcen im Wert von einer halben Billion Dollar geschuldet würden.

Konkret beinhaltete der Vorschlag, dass die Ukraine den Vereinigten Staaten 50 Prozent der Seltenen Erden des Landes überlassen solle. Im Gegenzug sei die Bereitschaft signalisiert worden, amerikanische Truppen zum Schutz der Seltenen Erden zu entsenden, sobald es eine Einigung mit Russland zur Beendigung des Krieges gibt, berichtete der US-amerikanische Nachrichtensender NBC.

Ukraine will direkte Sicherheitsgarantien

Selenskyj habe bei dem Besuch am Mittwoch erklärt, er werde den Vorschlag gründlich prüfen lassen und das Thema erneut auf der Münchner Sicherheitskonferenz besprechen.

Die größte Sorge der Ukraine seien die fehlenden umfassenderen Sicherheitsgarantien, so drei Personen, die den Vorschlag geprüft haben, laut Financial Times. Auf die Frage ukrainischer Beamter, wie das Abkommen zur langfristigen Sicherheit ihres Landes beitragen würde, wurde ihnen von amerikanischer Seite nur gesagt, dass es eine amerikanische Präsenz auf ukrainischem Boden gewährleisten würde. Bessent habe argumentiert, dies allein würde Moskau von weiteren Kriegshandlungen abschrecken. Der ukrainischen Seite war das offenbar zu vage.

Nach Ansicht eines europäischen Beamten gegenüber der Financial Times hat Selenskyj nun das Abkommen außerdem nicht unterzeichnet, weil er noch andere, darunter europäische Länder, am Abbau der Mineralien beteiligen möchte. Diese, und die USA, sollten Selenskyjs Ansicht nach Sicherheitsgarantien direkt an den Erhalt der Mineralien knüpfen – ohne die Prämisse eines Deals mit Russland.

Selenskyj hatte in der Vergangenheit die Erschließung der natürlichen Ressourcen seines Landes durch die USA bereits erwogen, um sich die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump zu sichern. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte der ukrainische Präsident vor einer Woche: „Die Amerikaner haben am meisten geholfen, also sollten die Amerikaner auch am meisten verdienen.“

Die Ukraine verfügt über große Vorkommen an Bodenschätzen und Mineralien, von Lithium bis Titan, die für die Herstellung moderner Technologien unerlässlich sind. Doch ein Großteil der Ressourcen befindet sich in Gebieten, die derzeit unter russischer Kontrolle stehen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema