Ukraine und USA

Ukrainischer Botschafter: „USA zerstören Weltordnung“

Walerij Saluschnyj gilt als möglicher Kandidat für die Nachfolge Selenskyjs als Präsident der Ukraine. Er übt scharfe Kritik an der neuen Außenpolitik der USA.

Anika Schlünz Anika Schlünz/dpa
2 Min
Der Botschafter der Ukraine in Großbritannien und ehemaliger Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj

Der Botschafter der Ukraine in Großbritannien und ehemaliger Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj

© Uncredited/AP/dpa

Walerij Saluschnyj, der ukrainische Botschafter in London, hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, die regelbasierte internationale Ordnung zu zerstören. „Wir sehen, dass es nicht nur die Achse des Bösen und Russland sind, die versuchen, die Weltordnung umzudrehen, sondern dass die USA diese Ordnung letztendlich zerstören“, sagte Saluschnyj laut der Nachrichtenagentur PA bei einer Konferenz der Denkfabrik Chatham House in London.

Er fügte hinzu, dass die Gespräche zwischen den USA und Russland – „angeführt von einem Kriegsverbrecher“ – zeigten, dass das Weiße Haus „Schritte auf den Kreml zu macht und versucht, ihm auf halbem Weg entgegenzukommen“. Er warnte weiterhin vor einem Kollabieren der Nato und dass Europa das nächste Ziel Moskaus sein könnte.

Ukrainekrieg: Russland lehnt vorübergehende Waffenruhe ab

Das Verhältnis zwischen der Ukraine und den USA wird derzeit von Spannungen belastet. So haben die USA die Militärhilfe für die Ukraine eingefroren und aufgehört, Geheimdienst-Informationen mit dem Land zu teilen. Die Unterbrechung des Informationsaustauschs sowie die frühere Entscheidung, sich einer UN-Resolution zur Verurteilung der russischen Aggression in der Ukraine zu widersetzen, bezeichnete Saluschnyj als „eine große Herausforderung für die ganze Welt“, wie etwa die BBC berichtet.

Saluschnyj, der bis im vergangenen Jahr als Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte diente, gilt als möglicher Kandidat für eine Nachfolge Wolodymyr Selenskyjs im Amt des ukrainischen Präsidenten. Eine Wahl steht dort wegen des andauernden Kriegs bislang nicht an.

Eine vorübergehende Waffenruhe wurde am Donnerstag von Russland abgelehnt. Der vor allem von Kiew und Paris unterbreitete Vorschlag einer einmonatigen Unterbrechung der Angriffe aus der Luft und auf See sei „absolut inakzeptabel“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag vor Journalisten. „Feste Vereinbarungen für eine endgültige Einigung sind nötig“, sagte sie.

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