Vor der griechischen Ionischen Insel Lefkada haben Fischer eine unbemannte Marinedrohne entdeckt. Die Drohne sei am Donnerstag in einer Küstenhöhle nahe Kap Doukato gefunden worden, berichtete die griechische Zeitung Kathimerini am Freitag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Athen.
Der Motor des mehrere Meter langen, schwarzen Fahrzeugs habe zum Zeitpunkt der Entdeckung noch gelaufen. Die Fischer hätten das Gerät gesichert und in den Hafen von Vasiliki geschleppt, wo es der Küstenwache übergeben worden sei. Nach Angaben griechischer Behörden handelt es sich um ein ukrainisches Modell vom Typ Magura V3.
Erste Untersuchungen ergaben laut Kathimerini, dass die Drohne zwar Zünder, aber keinen Sprengstoff enthielt. Spezialisten des Räumkommandos TENX hätten drei Zünder entfernt. Das Fahrzeug sei mit Antennen und Kommunikationssystemen ausgestattet gewesen und werde nun eingehend untersucht. Unklar ist auch, wieso sich die Drohne in der Region befand.
Mehrere Szenarien werden geprüft
Die Behörden prüfen nun nach eigenen Angaben verschiedene Erklärungen zur Herkunft und zum Einsatzzweck der Drohne. Eine Version sei, dass das Fahrzeug für Schmuggeloperationen genutzt worden sein könnte, berichtete die Nachrichtenagentur RBC Ukraine. Eine weitere Spur führe zu möglichen Angriffen auf Schiffe der sogenannten Schattenflotte, mit der Russland nach westlicher Darstellung Sanktionen beim Öltransport umgeht.
Die BBC berichtete, griechische Militärexperten prüften zudem, ob die Drohne aufgrund eines technischen Defekts oder durch Verlust der Verbindung zur Steuerzentrale in griechische Gewässer gelangt sei. Eine offizielle Stellungnahme des ukrainischen Militärs lag zunächst nicht vor.
Vorfälle mit Tankern in den Vormonaten
Nach Angaben des ukrainischen Nachrichtenportals Kyiv Post hat die Magura V3 eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern und kann eine Sprengladung von 200 bis 300 Kilogramm tragen.
In den vergangenen Monaten waren mehrere mutmaßliche Angriffe mit ukrainischen Seedrohnen auf Tanker mit russischem Bezug gemeldet worden. Im März wurde der unter russischer Flagge fahrende Flüssiggastanker „Arctic Metagaz“ zwischen Libyen und Malta schwer beschädigt. Anfang Mai meldete die ukrainische Marine den Angriff auf zwei sanktionierte Tanker nahe dem russischen Hafen Noworossijsk.
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