Nach der Verbreitung von Filmaufnahmen der Flugabwehr in Kiew sind mehrere Blogger vom ukrainischen Geheimdienst SBU zu öffentlichen Reuebekenntnissen gezwungen worden. „Meine Schuld gestehe ich vollständig ein und bitte beim ukrainischen Volk um Verzeihung und verpflichte mich das nie wieder zu tun“, sagte die bekannte Instagram-Bloggerin Inna Woronowa in dem am Mittwoch vom SBU verbreiteten Video aus dem SBU-Gebäude.
Sie hatte vorher bereits aus eigenen Stücken eine Entschuldigung veröffentlicht, nachdem sie für das Zeigen von Explosionen bei einer Position der Flugabwehr hart angegangen wurde. Der Geheimdienst zeigte ebenfalls Fragmente ähnlicher Erklärungen von drei anderen Männern und Frauen. Insgesamt sechs Bloggern droht wegen Verbreitung militärischer Informationen bis zu acht Jahren Gefängnis.
Ukrainischer Geheimdienst teilt verpixelte Fotos der Blogger auf Twitter
Der SBU teilte verpixelte Fotos der Blogger auf Twitter. In einer Erklärung auf Telegram heißt es weiter: „In der Nacht zum 16. Mai machten sie unerlaubt Fotos und Videos von der ukrainischen Luftabwehr und stellten sie in den sozialen Medien ein“. Russland habe so den Standort und Besonderheiten des ukrainischen Luftabwehrsystems aufdecken können.
Bei einem russischen Angriff am Dienstag will das ukrainische Militär zwar alle Raketen rechtzeitig abgefangen haben. Jedoch wurde Medienberichten zufolge mindestens ein Startgerät eines vor kurzem gelieferten US-amerikanischen Patriotsystems beschädigt. Die Ukraine wehrt seit fast 15 Monaten eine russische Invasion ab. Zur Sicherung des Luftraums erhielt Kiew von mehreren westlichen Staaten moderne Flugabwehrsysteme. Auch Deutschland beteiligte sich daran.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de