Es ist kaum zu fassen: Mehr als 150 Jahre nach der Veröffentlichung des Werks „Über die Entstehung der Arten“ von Charles Darwin lehnt noch immer jeder dritte US-Amerikaner den Gedanken an die Evolution ab. 33 Prozent sind der Auffassung, die Menschen hätten schon immer die gleiche Gestalt wie heute gehabt.
Das ergab eine Umfrage des Washingtoner Pew Research Centers. Etwa 60 Prozent aller Befragten meinten zwar, der heutige Mensch sei das Ergebnis einer längeren Entwicklung. Aber auch von denen, die die Evolutionstheorie bejahen, glauben nur 32 Prozent, dass hier eine natürliche Auslese am Werk war. 24 Prozent aller Befragten sehen das Leben auf der Erde als Werk eines Schöpfers.
Vor allem weiße Evangelikale – so sagt die Studie – sind davon überzeugt, dass der Mensch von Anfang an in seiner heutigen Gestalt auf Erden lebte. 64 Prozent unter ihnen behaupteten dies. Unter den Katholiken sind es dagegen 26 Prozent, unter den Mitgliedern der großen evangelischen Kirchen – etwa der Methodisten und Lutheraner – gar nur 15 Prozent.
Wenn man die Anteile aus der Studie zusammenzählt, dann ergibt sich, dass mehr als die Hälfte der Amerikaner nicht an das glaubt, was unter anderem Urmenschen-Knochenfunde und Versteinerungen aus Urzeit-Meeren belegen: dass sich das Leben in Jahrmillionen entwickelt und verändert hat, entscheidend durch natürliche Selektion.
Bilder zeigen Menschen gemeinsam mit Dinosauriern
Viele sehen Schilderungen der Bibel als reale historische Ereignisse an. Besonders anschauliche Beispiele für diese Vorstellungswelt bieten kreationistische Museen, wie man sie etwa in Texas oder Kentucky findet. Hier kann man in Schaubildern betrachten, wie Menschen und Dinosaurier einst zusammenlebten.
Beide, so die Aussage, sind mitsamt der Erde vor 6000 Jahren erschaffen worden. Geologische Formationen, etwa der Grand Canyon, wurden innerhalb weniger Monate durch die Sintflut geformt. Die Saurier wiederum hat die Sintflut ausgelöscht – oder sie lebten als Drachen weiter.
Wunderlich malt sich die Welt in manchen Köpfen, möchte man fast sagen. Doch ist es leicht, von wissenschaftlicher Warte auf Menschen zu blicken, die an etwas glauben, weil sie unbedingt daran glauben wollen.
Wenn man nämlich – als Alternative – sieht, welche unvorstellbar riesigen Welten in den Weiten des Universums unaufhörlich vergehen und entstehen, dann weiß man: Die endgültige Antwort auf das Woher, Wohin und vor allem das Warum wird auch der beste Forscher nie haben. Da versteht man schon jene ein bisschen, die sich in das Schöpfungs-Disneyland retten.
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