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Wissenschaftler warnen: Größte Blume der Welt vom Aussterben bedroht

Rafflesien sind sehr ungewöhnliche Blumen. Sie stinken bestialisch und werden riesig. Bald könnte es sie nicht mehr geben, befürchten Experten.

Team News dpa/BLZ
3 Min
Rafflesien: Die Schmarotzergewächse werden bis zu einem Meter groß und sind vom Aussterben bedroht.

Rafflesien: Die Schmarotzergewächse werden bis zu einem Meter groß und sind vom Aussterben bedroht.

© Chris Thorogood/dpa

Die als größte Blume der Welt geltende Rafflesie ist vom Aussterben bedroht. Die Pflanze ist die wohl übelriechendste Pflanze der Welt und „alle 42 bekannten Arten sind mittlerweile stark bedroht“, wie es in einer Studie unter der Führung der Universität Oxford, die im Fachmagazin „Plants People Planet“ veröffentlicht ist, heißt. Trotzdem habe es bislang nur eine Spezies auf die Rote Liste für gefährdete Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) geschafft. Die ungewöhnliche Blume wächst in den Dschungeln Südostasiens und gibt Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf.

Die Autoren stufen hingegen 25 Rafflesia-Arten als „vom Aussterben bedroht“, 15 als „stark gefährdet“ und zwei als „gefährdet“ ein. Ursache sei vor allem der Verlust ihres natürlichen Lebensraumes. Viele der noch verbleibenden Populationen beschränken sich der Studie zufolge auf wenige Individuen, die sich in ungeschützten Gebieten befinden. Gleichzeitig hätten Versuche, Rafflesien in botanischen Gärten zu züchten, bislang kaum Erfolg gezeigt.

Rafflesien sind Schmarotzergewächse. Mit ihrem Gestank nach verrottendem Fleisch locken sie zur Bestäubung Fliegen an - eine clevere Art, sich das Überleben zu sichern. Gleichzeitig fehlen der Pflanze fast alle Merkmale einer „normalen“ Blume: Sie hat keine Blätter, keinen Stiel und keine Wurzel, sondern verankert sich als Parasit an ihrer Wirtspflanze. Meist sind das Lianen- oder Rebengewächse. Nur die Blüten sind gut entwickelt und riesig: Manche haben einen Durchmesser von einem Meter. Aber die kolossale Pracht ist kurzlebig. Schon nach drei bis sieben Tagen verwelken die dicken, ledrigen Blüten.

Raflesien: Lebensräume der stinkenden Pflanze in Gefahr

Die Rekordblumen existieren schon seit Millionen Jahren. Das Verbreitungsgebiet reicht von Thailand über die Philippinen bis nach Malaysia und Indonesien. Forscher bezeichnen sie als Wunder der Evolution - während sie weiter versuchen, ihre Geheimnisse zu lüften.

Noch immer beschreiben Botaniker regelmäßig neue Rafflesia-Arten. „Aber wir gehen davon aus, dass mindestens 67 Prozent der bekannten Lebensräume außerhalb von Schutzgebieten liegen, was ihre Gefährdung erhöht“, heißt es in der Studie. Bisher unbekannte Spezies seien vermutlich schon ausgerottet, bevor sie überhaupt entdeckt würden.

Aussterbende Art: Forscher fordern Ökotourismus und Lebensräume

Die Autoren schlagen einen dringenden Aktionsplan und koordinierte Maßnahmen von Regierungen, Forschern und Naturschutzorganisationen vor. Im Mittelpunkt müsse dabei der Schutz der Lebensräume der am stärksten bedrohten Populationen stehen. Denn nirgendwo verschwänden die Regenwälder schneller als in Südostasien - und viele Rafflesien lebten in gefährlicher Nähe zu wachsenden menschlichen Siedlungen.

Aber es sei auch wichtig, die gesamte Pflanzengruppe besser zu erforschen und neue Methoden zu entwickeln, um sie außerhalb ihres natürlichen Habitats zu vermehren. Zudem könnten Ökotourismus-Initiativen helfen, sind die Botaniker überzeugt. Finanzielle Unterstützung und Schulungen für die lokale Bevölkerung seien ein wirksames Mittel, um das Bewusstsein für Rafflesien und ihren Schutz zu stärken.

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