Der Krönungsengel des Malers Matthias Koeppel, der da auf der Brüstung der Schlossbrücke vor der Kulisse eines imaginären Stadtschlosses balanciert, legt sich nicht fest, denn in Berlin ist alles in Veränderung, ständiger Fluxus (das Fließen) sozusagen. Was heute ist, kann morgen ganz anders sein. In diesem Sinne begreift sich der 65-Jährige, der lange in Berlin lehrte und hier die Künstlergruppe "Schule der Neuen Prächtigkeit" mitgründete, als ein Maler von Zeitgeschichte. Der Atem der Geschichte, der durch seine Bilder weht, ist bunt, und das Pathos wird burlesk gebrochen, wie man am Gemälde " . und wer wird nun König?" (Abb.), sehen kann. Koeppels Bildpersonal kann jedes Kind unschwer beim Namen nennen, ob Kanzler, Ex-Kanzler, Stadtpolitiker oder Münchner Luxusschranze. Und symbolische alte und neue Gebäude der wiedervereinten Stadt finden sich ebenso wie ihre Bürger und Touristen. Die einen wie die anderen malt Koeppel gern in großen gaffenden oder fotografierenden Pulks, halb volkstümlich, halb spöttisch. Haus am Waldsee, Zehlendorf, Argentinische Allee 30, bis 16. 2., Di-So 12-20, am 24./25./31. 12. geschlossen.
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