Philosophische Kolumne

Alle wissen es

Alle wissen, dass Deutschland eine Welle unerwarteter Erkrankungen und Todesfälle erlebt. Politik und Justiz schauen jedoch weg. Wir leben im Übergang.

Michael Andrick
Michael Andrick
3 Min
Eine Aufarbeitung der Sterbefälle der vergangenen Jahre würde dem Gefühl der Gerechtigkeit Rechnung tragen.

Eine Aufarbeitung der Sterbefälle der vergangenen Jahre würde dem Gefühl der Gerechtigkeit Rechnung tragen.

© dpa

Der Anthropologe Robin Dunbar fand heraus, dass der Mensch im Schnitt rund 50 gute Bekanntschaften hat und 1500 Gesichter unterscheiden kann. Die historisch typische Größe menschlicher Gemeinschaften (etwa Siedlungen oder wandernde Rotten) gibt er mit 150 an.

Wie viele Menschen bemerken also im Schnitt jemandes plötzliche schwere Erkrankung oder seinen unerwarteten Tod, und wie verbreitet sich eine solche Nachricht? Herzmuskelentzündungen und bestimmte Krebsarten treten seit April 2021 stark vermehrt auf. Seitdem und bis Ende 2023 sind in Deutschland mehr als 120.000 Menschen über das statistisch zu erwartende Maß hinaus, also unerwartet, gestorben.

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