Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist vorerst in Israel nicht willkommen. Er sei in dem Land unerwünscht, wie Außenminister Gideon Saar seinem französischen Amtskollegen Jean-Noel Barrot am Donnerstag mitteilte. Demnach mache es für den französischen Präsidenten keinen Sinn, Israel zu besuchen, da Frankreich weiterhin „an seinen Initiativen und Bemühungen festhalte, die den Interessen Israels schaden“, bestätigte das israelische Außenministerium laut Jerusalem Post am Donnerstag.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte in der vergangenen Woche im Vorfeld der UN-Generalversammlung, die Möglichkeit eines Überraschungsbesuchs in Israel erwogen. Wie israelische Meiden berichteten, lehnte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Idee jedoch am Mittwoch ab.
Für einen künftigen Besuch soll er zudem eine Bedingung gestellt haben: Laut dem ehemaligen französischen Parlamentsabgeordneten Meyer Habib ließ Netanjahu durchblicken, Macron sei in Israel nur willkommen, wenn er seinen Plan zur Anerkennung Palästinas zurückziehe. Macron blieb jedoch Berichten zufolge standhaft und lehnte Israels Forderung ab.
140 Länder haben Palästinenserstaat bereits anerkannt
In den vergangenen Monaten hatten bereits mehrere Staaten, darunter zuletzt Belgien sowie Großbritannien und Kanada, angekündigt oder in Aussicht gestellt, im September bei der UN-Generalversammlung einen Palästinenserstaat offiziell anzuerkennen. Von Israel und den USA wird der Vorstoß scharf kritisiert.
Weltweit haben mehr als 140 Länder einen Palästinenserstaat anerkannt, darunter mehrere EU-Mitglieder wie Spanien und Irland. Die Bundesregierung erklärte im Juli, dieser Schritt komme für sie „kurzfristig“ nicht infrage. Für Deutschland steht die Anerkennung eines Palästinenserstaats nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul (CDU) „eher am Ende“ eines Verhandlungsprozesses. (mit AFP)
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