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Ukrainekrieg

Befürchtete Eskalation: Ungarn installiert Luftabwehrsystem an der Grenze zur Ukraine

„Die Gefahr einer Eskalation des Krieges zwischen der Ukraine und Russland ist größer denn je“, sagt der ungarische Verteidigungsminister. Das Land will sich nun besser schützen.

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Der ungarische Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky hat neue Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze seines Landes zur Ukraine angekündigt.

Der ungarische Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky hat neue Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze seines Landes zur Ukraine angekündigt.

© CTK Photo/imago

Im Zuge der gegenwärtigen Verschärfungen im Ukrainekrieg hat Ungarn angekündigt, an der Grenze zur Ukraine im Nordosten des Landes ein Luftabwehrsystem einzurichten. Das teilte der ungarische Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky in einer Videobotschaft auf seinem Facebook-Kanal am Mittwochabend mit.

„Wir vertrauen immer noch darauf, dass es so bald wie möglich Frieden geben wird, und zwar durch Diplomatie und nicht durch eine militärische Lösung“, sagte Szalay-Bobrovniczky in dem Video. „Um jedoch auf alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein, habe ich angeordnet, dass die kürzlich erworbenen Flugsicherungs- und Luftabwehrsysteme und die darauf aufbauenden Fähigkeiten im Nordosten installiert werden.“ Die Ankündigung geschah nach einer Sitzung des ungarischen Verteidigungsrates, die von Ministerpräsident Viktor Orbán einberufen wurde, um die Entwicklungen in der Ukraine zu erörtern.

„Die Ukrainer haben vom Westen die Erlaubnis erhalten, tief in das Territorium Russlands einzudringen. Die Russen haben deshalb einen Gegenschlag ins Auge gefasst und eine neue Nukleardoktrin verabschiedet“, sagte Szalay-Bobrovniczky weiter. „Die Gefahr einer Eskalation des Krieges zwischen der Ukraine und Russland ist größer denn je“, betonte der Verteidigungsminister.

Im Hinblick auf das geplante Luftabwehrsystem sagte er: „Mit diesen Werkzeugen sind wir in der Lage, die Erkennungsgenauigkeit im Bereich der Luftraumkontrolle zu erhöhen und die Reaktionszeit zu verkürzen.“

Mutmaßliche Angriffe mit Langstrecken- und Interkontinentalraketen

Das ungarische Militär durchläuft derzeit ein Modernisierungsprogramm. Das Nato-Mitglied hatte vergangenes Jahr zusammen mit vier anderen EU-Ländern die französischen Mistral-Luftabwehrsysteme gekauft und im Jahr 2020 den Kauf von NASAMS-Luftabwehrsystemen des norwegischen Unternehmens Kongsberg und des amerikanischen Waffenherstellers Raytheon Technologies vereinbart. Welches System an der ukrainisch-ungarischen Grenze nun eingesetzt wird, ist bislang nicht bekannt.

Am Donnerstag war nach ukrainischen Angaben erstmals eine russische Interkontinentalrakete während eines Angriffs auf die Stadt Dnipro in der Ukraine abgefeuert worden. Der mutmaßliche Einsatz der Interkontinentalrakete könnte eine Antwort auf vorherige Angriffe mit westlichen Marschflugkörpern der Ukraine auf russisches Territorium sein. Eine offizielle Bestätigung über den Einsatz der Interkontinentalrakete gibt es aus Russland bislang nicht.


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