Während der postmoderne Mensch des Morgens noch rubbelnd, cremend, ölend vor dem Spiegel steht, um unter dem Druck des Zeitgeistes auch die kleinste Falte aufzubügeln, ist das Auto längst auf Gegenkurs. Gerade hat sich der Dreier BMW zwei weitere Falten auf der Motorhaube zugelegt. Da drängen immer mehr Kleine mit scharf gezogenen Sicken und Kanten auf den Markt. Und es tut ihnen gut, wie etwa der Mazda2, der Seat Ibiza und erst recht der neue Ford Fiesta beweisen. Der ist gar im Vergleich zum Vorgänger so verändert, dass die 750 000 noch aktiven alten Fiestas auf ein Schlag unendlich alt aussehen. Ob es auch reicht, um in die Volkswagen Phalanx einzubrechen, wird sich zeigen müssen. Immerhin, deren frischester Vertreter ist der Seat Ibiza und hat die biedere Zurückhaltung im Vergleich zum inzwischen nun schon drei Jahre alten Polo oder dem einjährigen Fabia aufgeben. Mit einer formschönen Dachlinie und gestärkten Schultern weiß er wohl zu gefallen. Dafür hat er aber auch ein gutes Stück auf 4,03 Meter zugelegt. Das haben der Mazda2 (3,89 Meter) und der neue Fiesta (3,92 Meter), die beide auf der selben Bodengruppe unterwegs vermieden. In erster Linie um Gewicht zu sparen. Aber gleichzeitig mit der Absicht die Platzverhältnisse auch so komfortabel zu gestalten. Auf den Vordersitzen hat das auch gut geklappt. Die Unterschiede zwischen allen Dreien sind gering. Der Mazda fällt insofern etwas ab, weil seine Lenkung nur in der Höhe, nicht aber in der Tiefe variablen ist. Das bringt für große Fahrer Einschränkungen mit sich. Die dürften sich am ehesten im Fiesta wohlfühlen, der neben der auch in der Tiefe einstellbaren Lenkung, die es im Ibiza auch gibt, mit 1,48 Meter Höhe, drei mehr als beim Seat, das beste Raumgefühl vermittelt.Hinten kommt es darauf an. Während der Mazda2 doch knapp bemessen ist, offeriert der Seat eine ganz ordentliche Kniefreiheit, die der Fiesta so nicht bietet. Dafür aber in der Höhe weniger beengt wirkt, wo man im Ibiza wegen der steileren Dachlinie schneller an Grenzen stößt. Der Kofferraum vergleich fällt ähnlich aus. Während der Fiesta mit der 295 Litern, der Seat mit 292 Litern wohl Platz für mindestens eine Tasche mehr bieten, bleibt der Mazda eher durchschnittlich im Kleinwagenmaßstab.Der Innenraumgesamteindruck dürfte auf ein Geschmacksurteil hinauslaufen. Dem sportlicheren Fahrer mag der Seat wegen seiner eingefassten Instrumente, dem Aufgeräumten die übersichtliche Struktur des Mazda-Cockpits, dem Komfortliebhaber die weicheren Oberflächen des Fiesta gefallen. Der zudem aber mit den angenehmsten Sitzen überzeugt, die durch ihre gut ausgearbeitete Kontur viel Seitenhalt geben und über die Distanz zu keinerlei Steißbeinfolter neigen. Die Wirkung ist zu einem guten Teil dem Fahrwerk zuzuschreiben, das wie schon beim alten Fiesta zu den herausragenden Stärken des Autos gehört. Wohl lassen sich bei Spurstabilität und im Kurvenverhalten kaum Unterschiede ausmachen. Aber wie die Karosse kurze Stöße von Löchern oder Querrinnen aufnimmt, ist im Ford noch eine eigene Qualität. Da wirken der Ibiza eher sportlich kurz und trocken, der Mazda etwas stuckernd. (Fortsetzungauf Seite C3) (Fortsetzung von Seite C1) Die Stärken des Mazdas kommen deutlicher zum Vorschein, wenn es ans eigentliche Fahren geht. So lässt er sich doch etwas direkter Steuern als die anderen beiden Vergleichskandidaten, die eher auf komfortable Abstimmungen setzen und etwas mehr Arbeit am Lenkrad erst in den jeweils wählbaren Sportversionen verlangen. Schalten lassen sich alles drei gleichermaßen gut, hinreichend direkt, ohne große Hakeleien zuzulassen. Zur Verfügung stehen jeweils manuelle Fünfgang-Getriebe.Mit im Durchschnitt etwa 35 Kilogramm abgespeckten Gewicht hatten bei allen Herstellern Verbrauchsreduzierungen hohe Priorität. In den hier betrachteten Benziner Varianten um die 85 PS überzeugt dabei am ehesten der Mazda2. Sein 86 PS starker Benziner ist zwar von null auf hundert eine Sekunde langsamer als der Seat mit 12,2 Sekunden, begnügt er sich aber mit 5,4 Litern auf 100 Kilometern. Der Ibiza braucht 6,2, der Fiesta nur 5,7 Liter. Bei ähnlichen Sprintleistungen wie der Mazda. Die Höchstgeschwindigkeit des Seat liegt bei 175 km/h, die der anderen beiden knapp darunter.ESP gehört, hier zumindest, bei allen zur Grundausstattung wie beim Fiesta fünf, bei Seat und Mazda sechs Airbags. Der Einstiegspreis für den Fiesta liegt bei 11 250 Euro. Für einen Mazda2 werden 11 450 Euro fällig und für den Seat Ibiza ist man ab 11 490 Euro im Spiel. Mazda und Seat haben ihre Fünf-Sterne-Tauglichkeit im Euro-NCAP schon in der Tasche, Ford darf sich berechtigte Hoffnungen darauf machen.------------------------------Foto: (5) Mit ebenfalls guter Grundausstattung, zu der ESP und fünf Airbags gehören, beginnen die Preise für den dreitürigen Ford Fiesta, der ab 11. Oktober in den Handel kommt, bei 11 250 Euro.------------------------------Foto: (2) Enge Wettbewerber: 11 490 Euro beträgt der Einstiegspreis beim Seat Ibiza, 11 450 Euro sind für einen Mazda2 notwendig.
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