Die italienische Unicredit hat ihren Anteil an der Commerzbank nach Ablauf ihres Übernahmeangebots deutlich ausgebaut und rückt einer Mehrheit an dem Frankfurter Dax-Konzern näher. Aus dem Umfeld der Commerzbank mehren sich Stimmen, die neue Gespräche über einen Zusammenschluss für unausweichlich halten.
Das Übernahmeangebot der Mailänder wurde bis zum Ablauf am 3. Juli für 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen, wie die Unicredit mitteilte. Zusammen mit den zuvor gehaltenen 26,77 Prozent steigt der direkte Anteil damit auf gut 44 Prozent. Über Kaufoptionen hat die Bank nach eigenen Angaben zusätzlich Zugriff auf mehr als drei Prozent der Aktien und käme so auf mehr als 47 Prozent. Das Ergebnis übertreffe die eigenen Erwartungen deutlich, erklärte die Unicredit. Der Anteil entspreche 49,65 Prozent der Stimmrechte, da die eigenen Aktien der Commerzbank nicht stimmberechtigt seien.
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Hürden bis zur Übernahme: Finanzaufsicht, EZB und EU
Die Unicredit kann nun an der Börse weitere Aktien zukaufen, steht dabei aber unter Beobachtung der Finanzaufsicht. Für eine Übernahme müssten zudem die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank sowie die Wettbewerbshüter der EU-Kommission zustimmen. Zuletzt hatte die Unicredit mit einer Absetzung des Commerzbank-Managements auf der Hauptversammlung im Frühjahr 2027 gedroht, sollte sie genug Aktionäre hinter sich bringen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel will mit einer Übernahme eine europäische Großbank als Gegengewicht zu den US-Häusern schmieden. Er sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen und den Abbau von 7000 Stellen bei der Commerzbank. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp, die Arbeitnehmervertreter und der Bund, der noch zwölf Prozent der Anteile hält, lehnen eine Übernahme ab.
Bericht: Insider erwarten neue Gespräche
Ranghohe Vertreter der Commerzbank rechnen laut einem Bericht der Wirtschaftswoche damit, dass beide Häuser bald wieder Gespräche über einen Zusammenschluss aufnehmen. Ein Konzern könne sich in einer solchen Lage Gesprächen nicht verweigern, zitiert das Magazin einen Insider.
Eine Gelegenheit könnte sich Anfang August ergeben, wenn die Commerzbank ihre Quartalszahlen vorlegt und traditionell Investorengespräche führt. Orlopp und Orcel hatten sich dem Bericht zufolge bereits dreimal ergebnislos ausgetauscht, zuletzt nach der Hauptversammlung im Mai.
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