Remis in der Alten Försterei

Union Berlin muss sich gegen starke Augsburger mit einem Punkt begnügen

Die Eisernen treffen beim 0:0 gegen die Fuggerstädter dreimal Aluminium, profitieren selbst aber von ein paar Großtaten ihres Keepers.

Markus Lotter
4 Min
Unions Rani Khedira gewinnt gegen seinen ehemaligen Klub einen Zweikampf.

Unions Rani Khedira gewinnt gegen seinen ehemaligen Klub einen Zweikampf.

© City-Press/Renner

Nach den ersten Auftritten als Profi des 1. FC Union Berlin musste man ja schon ein bisschen Sorge haben, dass der kleine Bruder von Sami Khedira die Lücke im Zentrum, die der nach Leverkusen abgewanderte Robert Andrich hinterlassen hatte, nicht schließen kann. Aber Khedira ist womöglich auch so einer, der aus der Fehleranalyse mit dem Trainer-Team der Eisernen die richtigen Schlüsse ziehen und sich schnell steigern kann. 

Gießelmann muss das 1:0 machen

Ob er tatsächlich mal eines Tages als der Leader der Eisernen wahrgenommen wird, wie das bei Andrich der Fall war, lässt sich noch schwer abschätzen. Gegen den FCA holte er sich jedenfalls früh durch zwei, drei einfache Direktpässe ein wenig Sicherheit, eroberte zwei-, dreimal gekonnt den Ball, hatte aber letztlich zu selten samt Ball das Spiel vor sich, um entscheidend auf den Lauf der Dinge einwirken zu können. 

Da waren andere präsenter. Marvin Friedrich beispielsweise, der nach seiner Gelb-Rot-Sperre für Paul Jaeckel wieder in die Startelf gerückt war. In der neunten Minute brachte sich der Verteidiger schon mal als Flankengeber ein, chippte den Ball mit ganz viel Gefühl von der Torauslinie Richtung zweiten Pfosten, was Augsburgs Keeper Rafal Gikiewicz in eine große Verlegenheit, Niko Gießelmann hingegen in das seltene Glück einer hundertprozentigen Torchance brachte. Doch Gießelmann vergab freistehend, indem er Gikiewicz aus vier Metern gegen das Knie schoss. „Den muss ich machen. Das ist der Unterschied von mir zu einem richtigen Stürmer“, gestand der Profi nach der Partie.

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Für Edition Nr. 4 konnten wir Urs Fischer zum Interview in der Schweizerischen Botschaft gewinnen. Der Erfolgscoach des 1. FC Union Berlin erklärt dabei, woran er sich in Berlin erst mal gewöhnen musste und womit er noch immer zu kämpfen hat. Außerdem erklärt die Schauspielerin Jasmin Tabatabai, warum sie sich für die Eisernen begeistert. Und wir waren auf Spurensuche in Eisenhüttenstadt, wo sich der Abwehrmann Paul Jaeckel als Kind das Rüstzeug für eine Profikarriere geholt hat.

Keine zwei Minuten später wiederholte sich das Duell Gießelmann vs. Gikiewicz. Erstgenannter schoss aus 18 Metern mit links, Zweitgenannter lenkte mit der linken Hand den Ball gegen den Pfosten, hatte dabei Glück, dass ein wachsamer Kollege im Anschluss die Gefahr bannen konnte. 

Nach dieser guten Viertelstunde zum Einstieg verloren die Unioner aber ein klein wenig an Schärfe, sodass die Gäste immer besser ins Spiel kommen konnten. Das gefiel Max Kruse gar nicht. Der Stürmer forderte seine Kollegen wiederholt dazu auf, doch bitte weiter aufzurücken. Aber irgendwie konnten die Kollegen nicht.

Andreas Luthe wehrt Iagos Schlenzer gekonnt ab

Weder Levin Öztunali noch Genki Haraguchi, der schon nach 22 Minuten für den am Oberschenkel verletzten Union-Debütanten Kevin Möhwald ins Spiel gekommen war. Und auch Khedira war viel zu sehr mit Verschieben und Hinterherlaufen beschäftigt, als dass er Kruse hätte glücklich machen können. 

Khedira konnte zudem von Glück sprechen, dass ihm in der 31. Minute Keeper Andreas Luthe mit einer Klasseparade aus der Patsche half. Bei einer Flanke war Khedira etwas zu lässig bei seinem Abwehrversuch, sodass Iago an den Ball kam. Gekonnt schlenzte der Brasilianer Richtung Tordreieck, doch ebenso gekonnt wehrte Luthe nach einer spektakulären Flugnummer den Ball über die Querlatte. 

Zu Beginn der zweiten Hälfte staunte Union-Coach Urs Fischer über allerlei Fehlpässe, die seine Schützlinge der Reihe nach fabrizierten. Fehlpässe, die dazu führten, dass der eine oder andere erst mal nicht mehr so viel Risiko gehen wollte, dass folglich Kruse und Taiwo Awoniyi manchmal über Minuten hinweg nicht in Aktion waren. Wobei Awoniyi noch mit einem anderen Problem zu kämpfen hatte, nämlich mit seinem starken Gegenspieler Reece Oxford.

Voglsammer überzeugt nach seiner Einwechslung

So nach einer Stunde Spielzeit stand zu befürchten, dass das Spiel ob der Unzulänglichkeiten einerseits und der konzentrierten Leistung der Augsburger andererseits an Schwung und Aufregung verlieren könnte. Doch das war nicht der Fall. Ja, beide Mannschaften hatten mehrere Gelegenheiten, um aus einem Punkt drei zu machen. 

Die Eisernen in Gestalt von Friedrich, der nach einer Flanke von Christopher Trimmel den Ball irgendwie gegen die Querlatte beförderte (66.), aber eben auch in Gestalt von Andreas Voglsammer, der in der 72. Minute anstatt Kruse stürmen durfte. Der Bayer scheiterte aber einmal an Gikiewicz (74.) und einmal mit einem ganz feinen Linkschuss am linken Pfosten (80.). 

Für die Augsburger wiederum trat Sergio Cordova als derjenige mit der Chance zum Siegtreffer in Erscheinung. Doch in der 66. Minute, als Cordova aus sechs Meter frei zum Schuss kam, war erneut Andreas Luthe mit einem prächtigen Reflex zur Stelle. 

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