Ungeliebte Joker-Rolle

Union Berlins Sheraldo Becker: Zwischen Papa-Freuden und argem Bankfrust

Der Niederländer ist mit seiner Reservistenrolle bei den Eisernen unzufrieden und fordert mehr Spielzeit.

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Sheraldo Becker jubelt über einen Assist. Aber insgesamt ist der 26-Jährige unzufrieden mit seiner Reservistenrolle beim 1. FC Union Berlin.

Sheraldo Becker jubelt über einen Assist. Aber insgesamt ist der 26-Jährige unzufrieden mit seiner Reservistenrolle beim 1. FC Union Berlin.

© imago/Matthias Koch

Damit hat er zumindest die Zeit, sich ein wenig seiner Familie zu widmen. Die ist vor einigen Tagen gewachsen. Lebensgefährtin Kelly Loef brachte zwei Tage vor dem 3:0 gegen Maccabi Haifa ihr erstes gemeinsames Kind Sheraldo jr. zur Welt. Seine Freude darüber teilte er der Welt via Instagram mit, indem er auf einem Foto mit dem Filius auf dem Arm in schönster Oliver-Ruhnert-Manier mit dem Handy am Ohr posierte. 

Weil er in Berlin bleibt, kann Trainer Urs Fischer auch im Test am Mittwoch gegen St. Gallen (17.30 Uhr/Alte Försterei) auf den Angreifer zurückgreifen. Der könnte Werbung in eigener Sache machen, denn zuletzt spielte er beim Chefcoach eine eher untergeordnete Rolle. „Ich muss nicht für mich werben, der Trainer sieht jeden Tag, was ich kann. Ich spiele das Spiel für mich“, so Becker. 

Sheraldo Becker ist unzufrieden mit der Jokerrolle

Nicht nur da grantelt Becker vor sich hin. Noch deutlicher wird der 26-Jährige, wenn er sich zu seiner Reservistenrolle äußert: „Es ist eine harte Situation für mich. Ich habe letztes Jahr gezeigt, was ich für die Mannschaft leisten kann. Zuletzt habe ich nicht viel gespielt. Ich bin kein Joker, ich weiß, was ich kann. Jeder weiß, dass ich Bundesliga spielen kann. Deshalb bin ich frustriert, weil ich meist nur auf der Bank sitze.“ 

Als Opfer des Systems wie auch beispielsweise Pawel Wszolek sieht sich Becker nicht. Fischer bevorzugt in dieser Spielzeit ja ein 3-2-2 ohne echte Außenbahnspieler. Taiwo Awoniyi und Max Kruse sind bei dem Schweizer in vorderster Front gesetzt. „Es ist keine Systemfrage. Ich habe letzte Saison auch im Angriff mit Taiwo oder Max zusammengespielt. Ich kann mehr als nur Flügelspieler, sondern auch Angreifer. Ich kann in so vielen verschiedenen Systemen spielen. Ein Spieler mit meinen Qualitäten muss spielen – in meinen Augen“, will Becker das nicht als Erklärung gelten lassen.  

Wie lange er sich das noch anschauen will und dabei ruhig bleibt, scheint offen. Es brodelt in ihm. „Wir müssen sehen, wie lange das so geht. Ich bin nicht hergekommen, um auf der Bank zu sitzen“, sagt Becker deutlich, der bei unveränderter Situation Gesprächsbedarf auf sich zukommen sieht. Zunächst mit dem Trainer. Und wenn das nicht fruchtet, mit Manager Oliver Ruhnert und seinem eigenen Berater. Zwecks Auslotung der Zukunft beim 1. FC Union.

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