Fliegen ist zwar längst kein Luxus mehr, doch gelten für das Flugpersonal oft noch ähnlich strenge Kleidervorschriften wie für die Angestellten eines Fünf-Sterne-Hotels. Dass diese Regeln meist sogar über die Uniform hinausgehen, wird heute als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Durch Lippenstiftpflicht bei Frauen oder ein generelles Tattoo-Verbot werden neue Bewerber abgeschreckt, und den Airlines fehlt zunehmend der Nachwuchs in der Kabine.
Ob die Mitarbeiter nun also geschminkt, tätowiert oder rasiert sind, wird ihnen bei Swiss Air in Zukunft selbst überlassen sein. Einem Bericht des Spiegel zufolge wurden bei der Lufthansa-Tochter jetzt neue Regeln aufgestellt. Den Stein ins Rollen soll unter anderem der Artikel „Geisha der Lüfte – Uniform und Sexismus“ gebracht haben, der bereits 2019 in einem Mitarbeitermagazin erschienen war und insbesondere die Arbeitsbedingungen der Flugbegleiterinnen anprangerte.
Die nun geltenden neuen Regeln für die Bordcrew bei Swiss Air erlauben zum Beispiel blickdichte Thrombose-Strumpfhosen und unrasierte Beine, Make-up und Nagellack für Männer, Krawatten bei Frauen sowie Tattoos und Piercings an sichtbaren Stellen für alle Mitarbeiter, solange die Motive nicht anstößigen Inhalts sind.
Wie die Kunden von Swiss Air die neuen Regeln finden, das wird sich zeigen. Es ist aber zu erwarten, dass sich keiner beschwert, solange der Service professionell und freundlich ist.
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