Der Untergang des russischen Frachtschiffs „Ursa Major“ nach mehreren Explosionen im Mittelmeer gibt bis heute Rätsel auf. Nun bestätigt erstmals die spanische Regierung offiziell: An Bord befanden sich Komponenten für zwei Kernreaktoren, die denen in Atom-U-Booten ähneln. Das geht aus einem Schreiben der Regierung an das spanische Parlament hervor, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.
Demnach sagte der Kapitän des Schiffes gegenüber Ermittlern aus, die „Ursa Major“ habe „Komponenten von zwei Kernreaktoren“ transportiert. Zugleich erklärte er laut dem Schreiben, die Reaktoren hätten keinen Kernbrennstoff enthalten. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Aussage bislang nicht.
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Verdacht auf geheime Lieferung nach Nordkorea
Der US-Sender CNN hatte zuvor unter Berufung auf spanische Ermittlungsunterlagen berichtet, das Schiff könnte auf geheimer Mission nach Nordkorea unterwegs gewesen sein. Demnach soll der Kapitän geglaubt haben, die Ladung sei für den nordkoreanischen Hafen Rason bestimmt gewesen.
CNN und die spanische Zeitung La Verdad de Murcia berichteten zudem unter Berufung auf Ermittler und Sicherheitskreise, die „Ursa Major“ könnte im Rahmen einer westlichen Geheimoperation versenkt worden sein. Beweise dafür wurden bislang nicht veröffentlicht.
Die mit US-Sanktionen belegte „Ursa Major“ gehörte einem Unternehmen im Besitz des russischen Verteidigungsministeriums. Offiziell war als Zielhafen Wladiwostok angegeben worden. Spanische Ermittler hielten die Route laut CNN jedoch für auffällig, da Russland für den Transport vergleichbarer Güter auch sein Schienennetz hätte nutzen können.
Explosionen vor der spanischen Küste
Das Schiff sank im Dezember 2024 in internationalen Gewässern vor der Südküste Spaniens. Nach Angaben der Ermittler erschütterten mehrere Explosionen den Frachter. Zwei Besatzungsmitglieder wurden nie gefunden, 14 weitere Seeleute konnten gerettet werden.
Die staatlich verbundene russische Reederei Oboronlogistics sprach damals von einem „gezielten terroristischen Angriff“, legte dafür jedoch keine Beweise vor. CNN berichtete später unter Berufung auf spanische Ermittler von Schäden am Schiffsrumpf, die auf einen externen Angriff hindeuten könnten.
Zusätzliche Spekulationen lösten laut CNN Flüge spezieller US-Aufklärungsmaschinen über dem Unglücksort aus. Die eingesetzten WC135-R-Flugzeuge dienen normalerweise dazu, radioaktive Partikel in der Atmosphäre aufzuspüren. Hinweise auf eine radioaktive Belastung wurden bislang allerdings nicht bekannt.
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