Die spanische Stadt Barcelona ist am Montag von Überschwemmungen heimgesucht worden, während die Such- und Rettungsarbeiten nach den verheerenden Überschwemmungen in der Region Valencia weitergehen. Die staatliche spanische Wetterbehörde rief für Teile Kataloniens wegen sintflutartiger Regenfälle Alarmstufe Rot aus. Diese Warnstufe wurde vom Wetterdienst Aemet inzwischen um zwei Stufen auf Gelb herabgesetzt.
Teile des internationalen Flughafens in Barcelona, dem zweitgrößten des Landes, wurden überflutet. Zum Teil lief das Wasser auch durch die Decke in den Innenbereich des Airports. Mehr als 80 Flüge wurden gestrichen oder hatten Verspätung. Wer jetzt einen Flug in die katalanische Metropole plant, sollte sich bei seiner Airline oder auf der Homepage des Airports nach seinem Flugstatus erkundigen.
Medien wie die Regionalzeitung El Periódico veröffentlichten Videos und Bilder, auf denen ein überflutetes Rollfeld zu sehen ist. Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente berichtete auf X, in einigen Bereichen der Terminals und der Parkplätze des Flughafens gebe es Lecks. Auf Antrag des Zivilschutzes sei zudem der gesamte regionale Bahnverkehr vorläufig eingestellt worden. Zahlreiche Straßen wurden überflutet, 150 Schulen sagten den Unterricht ab.
Unwetter in Spanien: Mindestens 217 Tote, Suche nach Vermissten läuft
Nach der jüngsten offiziellen Bilanz forderten die Überschwemmungen und Erdrutsche mindestens 217 Menschenleben, die meisten in der auch bei deutschen Urlaubern beliebten Region Valencia. Man geht jedoch davon aus, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird – auch, weil noch immer viele Menschen nicht kontaktiert werden konnten.
Rettungskräfte suchen vor allem in Tiefgaragen nach weiteren Opfern. Alle Blicke richten sich dabei besonders auf Bonaire, einen Vorort der Metropole Valencia. Dort existieren nicht weniger als 2700 unterirdische Stellplätze, in denen Vermisste gefangen sein könnten. Die Einsatzkräfte der Polizei, des Militärs und der Feuerwehr arbeiten unermüdlich – inmitten eines enormen Gestanks, wie Reporter berichten. Die gute Nachricht: Bei der Durchsuchung der ersten 50 Fahrzeuge wurde keine Leiche entdeckt.
Aldaia-Bürgermeister Guillermo Luján relativierte unterdessen im staatlichen TV-Sender RTVE die dramatisierenden Berichte einiger Medien. Manche spekulierten, man könnte allein in Bonaire womöglich Hunderte Tote finden. „Der Parkplatz war fast leer, wir schätzen, dass dort zum Zeitpunkt der Überschwemmung weniger als 100 Fahrzeuge parkten“, betonte Luján. Man müsse vorsichtig sein, es seien übertriebene Darstellungen im Umlauf.
Warnungen vor Spekulationen
Eine offizielle Vermisstenzahl gibt es nach wie vor nicht. Einige wenige Medien schreiben seit Tagen von 1500, 2000 oder sogar 2500 Vermissten. Dafür gibt es jedoch keine belastbaren Quellen. Vermutlich basieren sie auf den Notrufen, die teils schon zu Beginn des Unwetters bei den Behörden eingingen. „Wir dürfen nicht spekulieren“, sagte zu diesem Thema der Minister für Territoriale Politik, Ángel Víctor Torres. Er warnte vor Fake News. Man müsse seriös vorgehen.
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