Der Anthropic-Vergleich ist besiegelt: Eine US-Bundesrichterin hat einen Urheberrechts-Vergleich über 1,5 Milliarden Dollar endgültig genehmigt. Das KI-Unternehmen Anthropic zahlt damit tausenden Autoren rund 3000 Dollar pro Buch – weil es unrechtmäßige Kopien ihrer Werke genutzt habe, um seinen Chatbot Claude zu trainieren, wie AP berichtet. Richterin Araceli Martínez-Olguín erklärte demnach in ihrer Entscheidung vom Montag, der Vergleich biete den betroffenen Autoren und Verlagen eine „spürbare Entlastung“.
Worum es im Anthropic-Vergleich geht
Die Thriller-Autorin Andrea Bartz reichte die Klage laut AP im Jahr 2024 gemeinsam mit zwei weiteren Autoren ein. Der Vorwurf: Anthropic habe raubkopierte Versionen ihrer Bücher ohne Erlaubnis genutzt, um Claude das Antworten auf menschliche Eingaben beizubringen.
Der Vergleich ist AP zufolge der erste große US-Fall dieser Art, der beigelegt wird. Er gilt demnach als erste bedeutende Einigung in einer ganzen Welle von Verfahren, die im Zusammenhang mit Urheberrechtsstreitigkeiten gegen KI-Unternehmen geführt werden.
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Wie viel Geld fließt – und an wen
Der Vergleich umfasst laut AP mehr als 482.000 Bücher. Rund 91 Prozent davon wurden bereits von Autoren oder Verlagen beansprucht, die nun eine Zahlung erhalten. Anthropics stellvertretende Chefjustiziarin Aparna Sridhar erklärte, man sei erfreut, dass mehr als 91 Prozent der abgedeckten Autoren und Verlage ihren Anteil beansprucht hätten, und wolle die Sache abschließen.
Der Anwalt der Kläger, Justin Nelson, sprach laut beiden Agenturen von „der größten bekannten Urheberrechts-Entschädigung der Geschichte“. Man wolle die Zahlungen an die Betroffenen so schnell wie möglich vornehmen.
Gericht: KI-Training erlaubt, Raubkopien nicht
Entscheidend ist ein früheres, geteiltes Urteil. Der inzwischen pensionierte Richter William Alsup hatte den Fall laut AP zunächst gemischt beurteilt: Das Training von KI-Chatbots mit urheberrechtlich geschützten Büchern sei nicht illegal – Anthropic habe die Bücher jedoch unrechtmäßig über Piraterie-Websites beschafft.
Laut Reuters entschied Alsup im vergangenen Juni konkret, dass Anthropic mit dem Training von Claude „fair use“ betrieben habe. Zugleich habe das Unternehmen die Rechte der Autoren verletzt, indem es mehr als sieben Millionen raubkopierte Bücher in einer „zentralen Bibliothek“ speicherte – die nicht zwingend für das KI-Training genutzt werden sollte. Anthropic hob dieses Urteil laut AP als richtungsweisend hervor: Es zeige, dass das Training von KI mit Büchern nach dem Urheberrecht „fair use“ sei.
Für Dezember war laut Reuters ein Prozess angesetzt, der klären sollte, wie viel Anthropic für die mutmaßliche Piraterie schuldet. Die möglichen Schadenersatzsummen hätten sich demnach auf hunderte Milliarden Dollar belaufen können.
Vor diesem Hintergrund wies Richterin Martínez-Olguín laut Reuters Einwände zurück, der Vergleich sei zu niedrig. Solche Beschwerden seien „nicht in einer realistischen Einschätzung der Risiken und Chancen eines Prozesses begründet“, hieß es. Einige Autoren und Verlage lehnten die Einigung dem Bericht zufolge ab und reichten separate Klagen gegen Anthropic ein.
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