Urlaub in der Pandemie

Urlaubsland Italien rüstet auf gegen Corona: Ab sofort Grüner Pass nötig

In Italien muss man ab Freitag für viele Veranstaltungen und Aktivitäten den Grünen Pass vorzeigen. Was deutsche Urlauber jetzt wissen müssen.

Sophie Barkey Team News sba/dpa
2 Min
Der sogenannte Grüne Pass wird jedem gewährt, der in den letzten neun Monaten mindestens eine Impfdosis erhalten hat, sich in den letzten sechs Monaten von COVID-19 erholt hat oder in den letzten 48 Stunden negativ getestet wurde.

Der sogenannte Grüne Pass wird jedem gewährt, der in den letzten neun Monaten mindestens eine Impfdosis erhalten hat, sich in den letzten sechs Monaten von COVID-19 erholt hat oder in den letzten 48 Stunden negativ getestet wurde.

© dpa/Riccardo De Luca

Die Regeln gelten jetzt schon zudem für Kultur- oder Sportveranstaltungen im Freien, Schwimmbäder, Fitnessstudios und Vergnügungsparks. Betroffen sind alle, die älter als zwölf Jahre sind. Restaurantbesitzer oder Betreiber anderer Unternehmen müssen sich die Nachweise vorzeigen lassen. Bei Verstößen drohen Strafen.

Für Urlauber, die in Deutschland geimpft wurden, reicht ein digitales EU-Impfzertifikat, wie es von Ärzten, Apotheken oder Impfzentren ausgestellt wird. Dieses gilt auch in Italien. Die Nachweise eines der „drei G“ (geimpft, genesen, getestet) müssen auf Italienisch, Französisch, Englisch oder Spanisch vorliegen.

Für den Pass reicht in Italien schon eine erste Impfung. Die Corona-Erkrankung darf nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Für Hotels oder den öffentlichen Nahverkehr ist bisher kein „Grüner Pass“ notwendig.

Infektionszahlen in Italien steigen an

„Wir können unsere Gäste also beruhigen“, erklärte der Präsident des Hotelverbandes Federalberghi, Bernabò Bocca. Für Gäste seien auch beim Essen in den Hotels keine Nachweise nötig. Urlauber könnten so also „in Ruhe“ ihre Ferien verbringen. Wer in einem Hotelrestaurant drinnen essen will und dort nicht Gast ist, muss allerdings Nachweise vorlegen.

Die Coronazahlen steigen in Italien derzeit, allerdings nur leicht. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei um die 60. Mit dem „Grünen Pass“ soll nach den Ferien in Schulen Präsenzunterricht dauerhaft möglich sein. Gesundheitsminister Roberto Speranza zufolge sind bis zu 90 Prozent der Lehrer in Italien geimpft. Von der Gesamtbevölkerung sind fast zwei Drittel (62 Prozent) voll geimpft.

Wenn Lehrer den „Grünen Pass“ nicht vorweisen, werden sie nach fünf Tagen vom Dienst suspendiert und nicht mehr bezahlt. „In dieser Phase ist es die Entscheidung der Regierung, in den Pass zu investieren, um Schließungen zu verhindern und die Freiheit zu schützen“, sagte Speranza. Allerdings stoßen die Regeln auf Widerstand. Immer wieder gibt es Demonstrationen gegen den „Grünen Pass“.

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