US-Marine

US-Flugzeugträger: Trump ordnet Rückkehr zu Dampfkatapulten an

Trump hält wenig vom modernen Kampfjet-Startsystem der neuesten US-Flugzeugträger. Nun soll die Marine wieder auf eine ältere Technik setzen.

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Ein Flugzeug landet auf der USS Gerald Ford

Ein Flugzeug landet auf der USS Gerald Ford

© Us Navy/U.S Navy/imago

US-Präsident Donald Trump hat die Marine angewiesen, bei ihrer neuesten Flugzeugträger-Klasse vom modernen Katapult zum älteren Dampfkatapult zurückzukehren, wie AP berichtet. Trump unterzeichnete Reuters zufolge ein entsprechendes nationales Sicherheitsmemorandum.

Darin ordnet er an, das elektromagnetische Startsystem EMALS beim vierten Träger der Gerald-R.-Ford-Klasse aufzugeben, das laut Reuters bei den anderen drei Schiffen verwendet worden war. Die Änderung könnte Reuters zufolge Hunderte Millionen Dollar kosten. Das System wird zum Start von Kampfjets von Flugzeugträgern eingesetzt.

Welche Änderungen hat Trump angeordnet?

Trump ordnete an, dass die US Navy auf ihrem neuesten Trägertyp auf das moderne Startsystem verzichtet. Statt des Electromagnetic Aircraft Launch System (EMALS) soll wieder ein Dampfkatapult zum Einsatz kommen.

Nach Angaben von AP verlangt das Memorandum, dass Pentagon und Marine binnen zwei Monaten Pläne für die Entfernung des Systems vorlegen. Auch die elektromagnetischen Waffenaufzüge der Ford-Klasse sollen laut AP ersetzt werden.

Betroffen ist konkret die USS Doris Miller, der vierte Träger der geplanten Ford-Klasse. Laut Reuters soll ihr Kiel bis Ende 2026 gelegt werden, die Übergabe an die Marine ist für Anfang 2034 vorgesehen.

Warum will Trump zurück zum Dampfkatapult?

Trump kritisiert das elektromagnetische Katapult seit Jahren als zu teuer und zu kompliziert. Laut AP reicht sein Unmut bis mindestens 2017 in seine erste Amtszeit zurück. Damals sagte er dem Magazin Time, das System sei „nicht gut“ und habe nicht die Kraft der älteren Dampfsysteme.

Bei einem Verteidigungsgipfel in Pennsylvania im vergangenen Monat sagte er laut Reuters: „Sie haben weitere Milliarden Dollar für elektrische Katapulte ausgegeben, und die sind nicht gut. Sie sind bei weitem nicht so gut, zu komplex.“

Neues System benötigt weniger Personal

Als die Marine EMALS 2009 auswählte, versprach sie sich davon niedrigere Lebenszykluskosten, weniger Wartung und geringere Belastung für die Flugzeuge, wie Reuters berichtet. Anfangs habe das System Probleme gemacht, inzwischen aber Tausende Starts absolviert.

Laut AP hat EMALS mehrere Vorteile: Es starte Jets schneller, brauche weniger Platz und deutlich weniger Personal. Auf der USS Ford sank die Zahl der nötigen Bediener demnach von rund einem Dutzend auf zwei.

Die Marine hat laut AP Schwierigkeiten, ihre Schiffe mit ausreichend Personal zu besetzen. Zu Jahresbeginn waren demnach rund 20.000 Stellen in der Flotte unbesetzt. Eine Rückkehr zum Dampfsystem würde wieder mehr Personal erfordern. Nach Pentagon-Unterlagen hatte die USS Gerald R. Ford bis März 2026 bereits 36.863 EMALS-Starts absolviert, so Reuters.

Was sagt der Hersteller?

Der EMALS-Hersteller General Atomics erklärte laut Reuters, der Verzicht auf das System bei der Doris Miller verdiene eine „sorgfältige Überprüfung“. Die Arbeiten an den Katapulten und der Fangvorrichtung des Schiffs seien bereits zur Hälfte fertig, so General Atomics. Ein Kurswechsel jetzt bringe erhebliche Kosten-, Zeit- und Integrationsrisiken mit sich.

Mit dem Memo ermöglicht Trump der Marine außerdem erstmals seit Jahrzehnten wieder den Bau von Schiffen im Ausland. Laut Reuters dürfen ausländische Schiffsbauer mit „substanziellen und dauerhaften“ Investitionen in US-Werften vorübergehend bis zu zwei Schiffe in ihren Heimatwerften bauen. Zudem soll laut Reuters eine fünfte Marinewerft entstehen.

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