Die chinesische Botschaft in Seoul hat Äußerungen des Kommandeurs der US-Streitkräfte in Südkorea (USFK), General Xavier Brunson, kritisiert. Diese hätten „eine Grenze überschritten“, erklärte ein Sprecher der Botschaft auf der chinesischen Onlineplattform WeChat, wie aus einem Bericht der staatsnahen chinesischen Zeitung Global Times hervorging.
Brunson hatte einem Yonhap-Bericht zufolge in einem Podcast-Interview des U.S. Army War College gesagt: „Wenn sie (die Chinesen) von der Ostküste Chinas aus blicken, sehen sie Korea, den Dolch im Herzen Asiens.“ Er beschrieb außerdem Japan als „Schutzschild“ gegen Chinas Ambitionen im Südchinesischen Meer. Bereits im vergangenen Jahr hatte Brunson Südkorea als einen „festen Flugzeugträger“ in der Region bezeichnet, berichtete Yonhap.
Kritik von chinesischer Botschaft
Der Sprecher der chinesischen Botschaft schrieb mit Blick auf das jüngste Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking, ob die „von Feindseligkeit und Aggression geprägten Äußerungen zu China“ mit Washington abgestimmt worden seien oder ob Brunson „den Konsens des Gipfeltreffens zwischen China und den USA“ infrage stellen wolle.
„Indem Sie das Gastland als ‚Flugzeugträger‘ oder ‚Dolch‘ – beides Kriegsinstrumente – bezeichnen, offenbaren Sie damit Ihre eigene Kriegslust oder versuchen Sie, andere Länder als Spielfiguren zu benutzen?“, hieß es in der Erklärung der Botschaft weiter, die auch von Yonhap zitiert wurde.
Neuausrichtung des US-südkoreanischen Bündnisses
Brunsons Äußerungen fallen in eine Phase, in der Seoul und Washington an einer „Modernisierung“ ihres Bündnisses arbeiten, wie Yonhap berichtete. Südkorea soll dabei mehr sicherheitspolitische Verantwortung übernehmen, damit die rund 28.500 USFK-Soldaten auch über die koreanische Halbinsel hinaus auf regionale Bedrohungen reagieren können. Laut einem Bericht der South China Morning Post wertet Peking dies als Versuch, China einzudämmen.
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