John Boehner, der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, hatte zuvor überraschend seine Taktik geändert. Tagelang wurde in seiner Fraktion gestritten, ob die Erhöhung des Kreditlimits an den Bau der Keystone-Pipeline geknüpft werden sollte. Vor allem die Tea-Party-Anhänger drängten auf Bedingungen. Allein: Die Republikaner konnten sich nicht einigen. Also kapitulierte Boehner und ließ das Repräsentantenhaus über einen Gesetzentwurf abstimmen, der nicht eine einzige Bedingung enthielt.
Konkret bedeutet das, dass US-Finanzminister Jack Lew über den 27. Februar hinaus bis Mitte März 2015 neue Schulden machen darf und nicht mehr auf das Limit achten muss, das derzeit bei 17,2 Billionen Dollar liegt.
Die Einigung auf eine Lösung für ein Problem, das noch vor wenigen Monaten zu einem erbitterten politischen Kampf geführt hat, ist eine bedeutende Weichenstellung. Nach mehr als drei Jahren scheinen die Republikaner erkannt zu haben, dass ihre Blockadehaltung nicht zum Erfolg führt. Im Herbst sind Teilwahlen für Senat und Repräsentantenhaus. Die gemäßigten Kräfte unter den Konservativen fürchteten, abgestraft zu werden und dem Ziel nicht näher zu kommen, auch den Senat zu übernehmen.
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