Ukraine-Krieg

Front bei Saporischschja: Ukraine erzielt laut US-Militärexperten Durchbruch

Die Militärexperten werten das Auftauchen ukrainischer Panzer hinter den russischen Verteidigungslinien als Durchbruch. Denn das Gelände ist mit Gräben und Minen durchsetzt.

Team News dpa/BLZ
2 Min
Ukrainische Soldaten feuern aus einem Graben an der Frontlinie in der Region Saporischschja auf russische Stellungen. 

Ukrainische Soldaten feuern aus einem Graben an der Frontlinie in der Region Saporischschja auf russische Stellungen. 

© Efrem Lukatsky/AP

US-Militärexperten haben der ukrainischen Armee Fortschritte bei ihrer Offensive im Süden des Landes attestiert. Ukrainische Panzer seien zum ersten Mal am Frontabschnitt Robotyne im Gebiet Saporischja jenseits der letzten russischen Abwehrlinie gesehen worden, gab das Institut für Kriegsstudien ISW am Donnestagabend (Ortszeit) bekannt. Ob die russische Verteidigungslinie dort durchbrochen sei, könne man aber noch nicht mit Sicherheit sagen. 

Der Generalstab in Kiew meldete im Lagebericht für Freitagmorgen ukrainische Vorstöße bei Bachmut im Osten und an der Front im Süden. Bei Robotyne sei es zugleich gelungen, russische Gegenangriffe abzuwehren, hieß es. Dies war zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

Bei dem Ort Robotyne hat sich die ukrainische Armee in ihrer Gegenoffensive seit Juli am weitesten durch die gestaffelten russischen Verteidigungslinien hindurchgearbeitet. Dort haben sich die russischen Truppen in weitverzweigten Schützengräben verschanzt. Panzer werden mit Minen, Gräben und dreieckigen Betonsperren, sogenannten Drachenzähnen, abgewehrt.

Taktik geändert: Beschuss mit Artillerie, dann Bodentruppen 

Die Ukrainer kamen mit Panzern zunächst nicht durch diese Linien hindurch, zumal es an Unterstützung aus der Luft fehlte. In einer geänderten Taktik wurden die russischen Stellungen erst mit Artillerie sturmreif geschossen, dann mit kleinen Trupps von Fußsoldaten besetzt. Das Auftauchen ukrainischer Panzerfahrzeuge hinter dieser Linie belegt nach ISW-Einschätzung, dass diese sich dort jetzt wieder freier bewegen können.

Die Ukraine hofft, in dieser Richtung zum Asowschen Meer vorzudringen und die Landverbindung der Russen zur Halbinsel Krim abzuschneiden. Allerdings ist das Meer immer noch etwa 100 Kilometer entfernt. Experten bezweifeln, dass die ukrainischen Truppen dieses Ziel noch in diesem Jahr erreichen. Die Ukraine wehrt seit fast 19 Monaten eine russische Invasion ab.

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