US-Präsident Donald Trump hat den Staaten der Brics-Gruppe mit Zöllen von 100 Prozent gedroht, wenn sie sich vom US-Dollar abwenden sollten. Auf seiner Onlineplattform Truth Social schrieb der Republikaner: „Der Gedanke, dass die Brics-Länder versuchen, sich vom Dollar zu lösen, während wir tatenlos zusehen, ist VORBEI.“
Er werde den Staaten eine Zusage abverlangen, dass sie weder ihre eigene Brics-Währung gründen, noch eine andere Währung unterstützen würden, die den Dollar als internationales Zahlungsmittel ersetzen könnte – andernfalls drohten die Zölle. „Sie können sich ein anderes Land suchen, das sie ausnehmen“, hieß es in dem Post weiter.
Bereits in der Vergangenheit hatte Trump erklärt, er werde Zölle von 100 Prozent auf Waren aus den Brics-Ländern erheben, sollten diese eine neue Währung einführen oder den Dollar aufgeben. Daraufhin hatte der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar laut der russischen Nachrichtenagentur Tass angegeben, dass sein Land „niemals ein Befürworter der Entdollarisierung“ gewesen sei.
Laut dem stellvertretenden russischen Außenminister und Brics-Sherpa Sergej Rjabkow ist die Vereinigung bereit, Trump zu erklären, dass es nicht um die Abschaffung des Dollars geht, sondern darum, „Konsequenzen aus Washingtons verfehlter Politik“ zu ziehen, heißt es in dem Tass-Bericht weiter.
Die Abkürzung Brics steht für die Anfangsbuchstaben der ersten fünf Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Anfang 2024 kamen der Iran, Ägypten, Äthiopien und die Vereinigte Arabische Emirate dazu. Auch Indonesien ist seit Januar dieses Jahres vollwertiges Mitglied. Zahlreiche weitere Länder sind Partner der Brics-Gruppe.
Russland könnte mit anderer internationaler Währung Sanktionen umgehen
Der US-Dollar ist bislang die bei weitem wichtigste Währung im weltweiten Zahlungsverkehr. Kremlchef Wladimir Putin kritisierte in der Vergangenheit mehrfach die Dominanz der US-Währung und kündigte an, innerhalb der Brics ein unabhängiges Zahlungs- und Verrechnungssystem aufbauen zu wollen.
Durch die Einführung einer anderen, nicht westlichen Währung könnte Moskau zudem weniger von den Sanktionen wegen des Krieges in der Ukraine betroffen sein. Infolge des russischen Angriffs verhängten viele westliche Industriestaaten Sanktionen gegen Russland, die speziell den Finanzsektor des Landes treffen.
Zölle sind eine Abgabe auf importierte Waren. Sie werden an der Grenze fällig. Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 auf Zölle als Druckmittel gesetzt und droht nun auch anderen Staaten mit einer Erhöhung. So werde Trump in Kürze auch über die geplanten Zölle von 25 Prozent für Waren aus den Nachbarländern Mexiko und Kanada entscheiden. Noch ist laut einem Reuters-Bericht offen, ob er Ölimporte von den Zöllen ausnehmen wird, die er ab Samstag auf die Produkte dieser Länder erheben will.
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