Das US-Justizministerium hat die Justiz dazu aufgefordert, die Abspaltung des Internetbrowsers Chrome vom Google-Konzern zu veranlassen. Das Ministerium forderte am Mittwochabend tiefgreifende Veränderungen des Unternehmens. So soll Google unter anderem auch verpflichtet werden, Konkurrenten Zugang zu einigen Daten zu gewähren. Auch die standardmäßige Vorinstallation der Google-Suchmaschine auf Geräten anderer Unternehmen soll gestoppt werden.
Ein Bundesrichter in Washington hatte Google im August schuldig befunden, mit seiner Suchmaschine eine illegale Monopolbildung betrieben zu haben. Das Urteil bezieht sich auf die Milliardensummen, die Google über die Jahre an andere Unternehmen für diese Vorinstallation seiner Suchmaschine gezahlt hat.
Basierend auf diesem Urteil hatte das Justizministerium im Oktober eine härtere Gangart gegenüber Google angekündigt. Das Vorgehen zeichnet einen tiefgreifenden Wandel im Verhältnis zu den großen Tech-Konzernen. Seit die US-Behörden vor 20 Jahren mit dem Versuch gescheitert waren, den Softwarekonzern Microsoft zu zerschlagen, hatten sie den Unternehmen weitgehend freie Hand gelassen. Auch in der EU stehen Google und andere Internetgiganten unter Druck.
Ausgang von Verfahren wegen Trump-Wahl ungewiss
Wie es in dem Prozess um die Abspaltung von Chrome weitergeht, ist allerdings offen. Denn der Richter wird erst zum kommenden Sommer entscheiden. Bis dahin wird Donald Trump US-Präsident sein und der Kurs seiner Regierung in dem Verfahren könnte ganz anders ausfallen: Trump hatte sich in einem Interview im Wahlkampf skeptisch über eine Zerschlagung von Google geäußert. Das würde China helfen, argumentierte er. Stattdessen wolle er mehr Fairness bei den Suchergebnissen, sagte Trump.
Chrome ist der meistgenutzte Browser zum Surfen im Web mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent in den USA und etwa zwei Dritteln weltweit.
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