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US-Regierung plant nächste Massenabschiebung: Müssen Deutsche nach Guantánamo?

Medienberichten zufolge will Donald Trump Tausende Menschen ins Foltergefängnis Guantánamo überstellen. Auch Europäern droht das Schicksal.

BLZ
2 Min
Das Foltergefängnis der USA auf Kuba ist berüchtigt.

Das Foltergefängnis der USA auf Kuba ist berüchtigt.

© epa

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge deutlich mehr Migranten ohne Aufenthaltspapiere in das Lager Guantánamo auf Kuba abschieben.

Mindestens 9000 Menschen würden für eine mögliche Überstellung auf den US-Marinestützpunkt überprüft, berichtete das Nachrichtenportal Politico unter Berufung auf Dokumente, die dem Medium vorliegen. Demnach wäre dies verglichen mit den rund 500 Migranten, die seit Februar in Guantánamo für kurze Zeit auf der Basis festgehalten worden seien, eine deutliche Erhöhung.

Unter den möglichen Betroffenen befänden sich auch Hunderte Bürger europäischer Staaten, die sich ohne Aufenthaltsgenehmigung in den Vereinigten Staaten aufgehalten haben sollen, berichtete die Washington Post unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Behördenvertreter weiter. Sie stammten aus befreundeten Ländern wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Polen und Italien.

Politico und die Washington Post berichteten übereinstimmend, dass die nächsten Überstellungen nach Guantánamo noch diese Woche beginnen könnten.

Die US-Regierung versucht seit Trumps Amtsantritt, mehr in den USA lebende Ausländer ohne Papiere abzuschieben. Die Nutzung des auf Kuba gelegenen US-Marinestützpunkts in diesem Zusammenhang gilt als Signal für die rigorose Verschärfung des Vorgehens der Grenzschutzbehörden. Ende Februar etwa hatten die USA 177 Menschen aus Venezuela, die an der US-Südgrenze aufgegriffen und vorübergehend in Guantánamo festgehalten worden waren, nach Honduras ausgeflogen.

Umstrittenes Gefangenenlager

Berüchtigt ist der US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay vor allem wegen eines umstrittenen Gefangenenlagers, das die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 errichtet hatten. Früheren Angaben nach ist die bestehende Migranten-Einrichtung von dem berühmten Gefangenenlager getrennt.

Trump hatte im Wahlkampf versprochen, das größte Abschiebeprogramm in der amerikanischen Geschichte zu starten. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte er angekündigt, kriminelle Migranten nach Guantánamo zu schicken.

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