Außenhandel

Zölle und Regulierungen: Deutsche Unternehmen sehen mehr Hürden im Export

Eine aktuelle DIHK-Umfrage zeigt, dass sich deutsche Unternehmen im Exportgeschäft stärker belastet fühlen. Chancen bieten Indien und Lateinamerika.

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Deutsche Unternehmen sehen immer mehr Herausforderungen im Export-Geschäft.

Deutsche Unternehmen sehen immer mehr Herausforderungen im Export-Geschäft.

© Sina Schuldt/dpa

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat die Ergebnisse ihrer jährlichen Umfrage „Going International 2026“ veröffentlicht. Demnach berichten 69 Prozent der 2400 befragten auslandsaktiven Unternehmen von zunehmenden Handelshemmnissen – der höchste Wert seit Beginn der Erhebung und ein Anstieg um elf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die Umfrage wurde im Februar 2026 erhoben und beinhaltet die Auswirkungen des Iran-Krieges auf den Handel demnach nicht.

US-Zölle und EU-Regulierungen tragen zur Hemmung bei

„Der freie Welthandel bekommt immer tiefere Risse“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Unter anderem belastet die amerikanische Handelspolitik die befragten Unternehmen: 66 Prozent derjenigen, die steigende Barrieren wahrnehmen, nennen höhere Zölle als Problem. Davon wiederum sehen 86 Prozent die USA als zentrale Problemregion. Sowohl Geschäftslage als auch Erwartungen im US-Markt sind deutlich ins Negative gedreht.

Die Hürden kommen nach Einschätzung der Unternehmen nicht nur von außen: 83 Prozent sehen in Regulierungen aus Deutschland und der EU Herausforderungen für ihr Auslandsgeschäft. Knapp die Hälfte (49 Prozent) fühlt sich durch Sorgfalts- und Berichtspflichten in Lieferketten eingeschränkt – etwa durch die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung oder das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Weitere Herausforderungen aus Sicht der Unternehmen sind Exportkontrollverfahren (42 Prozent), Verpackungsvorschriften (39 Prozent) und der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (32 Prozent).

Die genannten Regulierungen sollen der Europäischen Union zufolge unter anderem zur Prävention von Menschenrechtsverletzungen wie beispielsweise Kinderarbeit, sowie zur Abfallreduktion und der Verringerung von Emissionen beitragen.

Chancen für Handel in Indien und Lateinamerika

Insgesamt haben sich die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen leicht aufgehellt, bleiben aber negativ: Mehr Betriebe rechnen mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung. Lichtblicke sehen die Unternehmen in Indien, wo die Erwartungen deutlich positiv ausfallen, sowie in Lateinamerika, wo das EU-Mercosur-Abkommen als Chance gilt.

Die DIHK-Ergebnisse fügen sich in ein globales Bild: Laut dem jüngsten WTO-Jahresbericht hat sich der Wert der weltweit von neuen Zöllen betroffenen Güterimporte auf 2640 Milliarden US-Dollar mehr als vervierfacht. „Fast ein Fünftel der Weltimporte ist inzwischen von Zöllen und vergleichbaren Maßnahmen betroffen“, sagte WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala. Gleichzeitig führten WTO-Mitglieder aber auch 331 handelserleichternde Maßnahmen ein. Okonjo-Iweala rief im Dezember 2025 die Mitgliedstaaten dazu auf, die aktuelle Krise als Anlass zu nehmen, die Welthandelsorganisation grundlegend zu reformieren.

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