US-Energieminister Chris Wright hat erklärt, dass europäische Länder den Kauf von russischem Gas und Öl einstellen sollen, um die Gesprächsbereitschaft der USA über neue Sanktionen gegen Russland zu erhöhen. „Wenn die Europäer eine Grenze ziehen und sagen würden: ‚Wir werden kein russisches Gas mehr kaufen, wir werden kein russisches Öl mehr kaufen‘. Würde das einen positiven Einfluss darauf haben, dass auch die USA aggressiver [bei den Sanktionen] vorgehen? Auf jeden Fall“, sagte er laut der Financial Times in einem Interview.
Weiterhin forderte er, dass die europäischen Länder stattdessen amerikanisches Flüssigerdgas, Benzin und andere fossile Brennstoffe kaufen sollten, um die Bedingungen eines Handelsabkommens zwischen den USA und der EU zu erfüllen. Dieses verpflichtet die EU-Länder dazu, bis Ende 2028 Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar aus den USA zu kaufen.
EU will bis 2028 aus russischen Gasimporten aussteigen
„Wir halten dies für wirtschaftlich gut für Europa“, so Wright. Es sei wichtig, sichere Energieversorger zu haben, die „Verbündete sind und keine Feinde“. Weiter hieß es: „Ein weiterer Grund ist das große Ziel der Trump-Regierung und, wie ich glaube, auch der EU, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden. Russland finanziert seine Kriegsmaschinerie durch Öl- und Erdgasexporte, und wenn man den Kauf dieser Rohstoffe durch Europa unterbindet, schrumpft ihr Geld.“
Der US-Energieminister kritisierte außerdem Pläne der EU, bis zum Jahr 2050 im Bereich der Treibhausgasemissionen einen Netto-Null-Wert zu erreichen. Unter anderem die Methanverordnung und die Richtlinie zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit würden laut Wright „die Umsetzung des vereinbarten Handelsabkommens erheblich gefährden“ und „enorme rechtliche Risiken“ für US-Unternehmen mit sich bringen, die fossile Brennstoffe nach Europa verkaufen, sofern die EU nicht „massive Änderungen“ vornehmen würde.
Trump erhöht Druck – EU plant Ausstieg aus russischem Gas bis 2028
US-Präsident Donald Trump hatte bereits während eines Gesprächs mit der Koalition der Willigen am vergangenen Donnerstag die europäischen Staats- und Regierungschefs dazu aufgefordert, den Kauf russischen Öls zu stoppen. Laut Plänen der EU-Kommission soll die Europäische Union bis zum Jahr 2028 endgültig aus russischen Gasimporten aussteigen. Der Financial Times zufolge wird Wright am Mittwoch mit EU-Energiekommissar Dan Jørgensen zusammentreffen, um die Pläne der EU zur Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen und den geplanten Kauf von US-Energieprodukten im Wert von 250 Milliarden Dollar pro Jahr zu besprechen.
Die Abhängigkeit der EU vom russischen Gas hat sich mit dem Stopp der Lieferungen über Nord Stream im Sommer 2022 und der späteren Sabotage der Nord-Stream-Pipelines deutlich reduziert. Seit dem 1. Januar 2025 fließt zudem kein russisches Gas mehr durch die Ukraine in die EU. Als einzige Pipeline bleibt TurkStream über das Schwarze Meer, die vor allem Ungarn und die Slowakei noch mit russischem Gas versorgt. Die beiden Länder haben sich gegen den Ausstiegsplan der EU ausgesprochen, mit der Begründung, dass dies zu einem Anstieg der Energiepreise und zu Versorgungsengpässen führen würde. Auch Frankreich und Spanien importieren nach wie vor Flüssiggas (LNG) aus Russland.
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