Handelskonflikt

Trump-Zölle treten in Kraft – mit 104 Prozent auf Einfuhren aus China

Die zweite Stufe von Trumps Zollpaket ist in Kraft getreten. Damit gelten für zahlreiche Länder deutlich höhere Abgaben. Für China erhöhte der US-Präsident die Zölle noch einmal deutlich.

Sophie Barkey sba/AFP/dpa
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US-Präsident Donald Trump spricht während einer Veranstaltung zur Ankündigung neuer Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses.

US-Präsident Donald Trump spricht während einer Veranstaltung zur Ankündigung neuer Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses.

© Mark Schiefelbein/AP

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten zusätzlichen US-Zölle auf Importe aus der Europäischen Union, China und anderen Ländern sind um Mitternacht (US-Ortszeit) in Kraft getreten. Trump setzte dabei einen Aufschlag von 20 Prozent auf Einfuhren aus der EU durch, für China sollen laut Trumps jüngsten Angaben Zölle in Höhe von 104 Prozent gelten.

Für China hatte Trump vergangene Woche zunächst Zusatzzölle in Höhe von 34 Prozent angekündigt, worauf Peking mit Aufschlägen in gleicher Höhe reagierte. Daraufhin erließ Trump gegen China weitere Zölle in Höhe von 50 Prozent – zusätzlich zu den bereits gültigen 20-prozentigen Zöllen, wie aus einer Auflistung der New York Times hervorgeht. Am Dienstag (Ortszeit) unterzeichnete der US-Präsident ein entsprechendes Dekret.

Für jedes betroffene Land wurde ein individueller Zollsatz festgelegt, der neben klassischen Einfuhrabgaben auch andere Handelshemmnisse abbilden soll. Daraus leite sich der entsprechende US-Zoll auf Importe aus diesen Ländern ab.

EU-Kommission prüft Gegenmaßnahmen

Die EU-Kommission prüft Gegenzölle, will aber erst kommende Woche konkrete Maßnahmen vorschlagen und setzt nach eigenen Angaben weiter auf eine Verhandlungslösung. Für den Nachmittag wird jedoch erwartet, dass sich die EU auf erste Gegenmaßnahmen zu den US-Stahl- und Aluminiumzöllen einigt, die bereits vor Trumps großem Maßnahmenpaket in Kraft getretenen waren. Dabei werden entgegen ursprünglicher Planungen voraussichtlich keine Zusatzzölle auf amerikanischen Whiskey erhoben.

Konkret stehen nach Angaben aus EU-Kreisen etwa 25 Prozent auf Sojabohnen, Kleidungsstücke sowie Eisen-, Stahl- und Aluminiumwaren zur Abstimmung. Für andere Waren sollen zehn Prozent fällig werden. Insgesamt soll die Liste 66 Seiten umfassen.

Auch für andere asiatische Länder wie Vietnam oder Kambodscha sollen am Mittwoch hohe US-Zölle in Kraft treten. Mit Südkorea und Japan verhandelt Trumps Regierung dagegen über eine Einigung.

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