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USA: Jimmy Kimmel feiert TV-Comeback und witzelt über Jobangebot von Stefan Raab

US-Talkstar Jimmy Kimmel feierte seine Rückkehr ins Fernsehen mit Tränen, Trump-Kritik und einer Deutschland-Pointe. Er erzählte, ein deutscher Moderator habe ihm einen Job angeboten.

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Jimmy Kimmel kehrt mit einem Appell für die Meinungsfreiheit zurück.

Jimmy Kimmel kehrt mit einem Appell für die Meinungsfreiheit zurück.

© Disney

Mit einer überraschenden Deutschland-Pointe hat US-Talkstar Jimmy Kimmel sein Comeback im US-Fernsehen gefeiert. „Dieses Land ist so autoritär geworden, dass mir ein deutscher Moderator einen Job angeboten hat“, witzelte Kimmel am Dienstagabend in Los Angeles und spielte dabei auf Stefan Raab an. „Stell dir das vor: Die Deutschen sagen, komm her!“ Das Publikum im Capitan Entertainment Center am Hollywood Boulevard empfing ihn mit stehenden Ovationen und lauten „Jimmy, Jimmy“-Rufen.

Jimmy Kimmels emotionaler Monolog – mit Appell an die Meinungsfreiheit

In seinem 15-minütigen Eröffnungsmonolog ging Kimmel auf die Vorgeschichte ein: Disney und ABC hatten seine Show in der Vorwoche „auf unbestimmte Zeit“ ausgesetzt, nachdem er den Umgang einiger Republikaner mit dem Mord an dem konservativen Aktivisten Charlie Kirk kritisiert hatte. Unter Tränen erklärte Kimmel nun: „Es war nie meine Absicht, den Mord an einem jungen Mann zu verharmlosen. Ich glaube nicht, dass daran irgendetwas lustig ist.“ Er betonte, er habe nie eine bestimmte Gruppe verantwortlich machen wollen.

Der US-Moderator appellierte an die Meinungsfreiheit. Die Sendung sei nicht wichtig, sagte er und fügte hinzu: „Wichtig ist, dass wir in einem Land leben, in dem es erlaubt ist, eine Show wie diese zu haben.“ Er sagte zudem: „Ich bin froh, wieder bei der Arbeit zu sein.“ Kimmel dankte seinen Unterstützern – darunter auch konservativen Politikern wie Ted Cruz und Ben Shapiro – und sprach von einem „unamerikanischen Zensurversuch“ durch den Vorsitzenden der Medienaufsichtsbehörde FCC, Brendan Carr.

Trump teilt gegen ABC aus

Noch vor der Ausstrahlung hatte US-Präsident Donald Trump gegen Kimmels Rückkehr ausgeteilt. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er: „Ich kann nicht glauben, dass ABC Fake News Jimmy Kimmel seinen Job zurückgegeben hat.“ Der Sender spiele ohnehin „zu 99 Prozent demokratischen Müll“. Kimmel sei „ein weiterer Arm“ der Demokratischen Partei.

Sketche und prominente Gäste

Für Aufsehen sorgte auch ein Sketch mit Hollywood-Legende Robert De Niro, der als fiktiver FCC-Chef auftrat und dabei sowohl gegen Trump als auch gegen die Aufsichtsbehörde austeilte. Kimmel selbst nutzte den Abend für eine Generalabrechnung mit der Trump-Regierung: „Er hat sein Bestes getan, mich zu canceln. Am Ende hat er Millionen Menschen gezwungen, zuzuschauen.“

Senderstreit hält an

Die Rückkehr war von Disney am Montag angekündigt worden. ABC erklärte, man habe nach „nachdenklichen Gesprächen“ mit Kimmel die Entscheidung zur Wiederaufnahme getroffen. Doch nicht alle Zuschauer bekommen die Show zurück: Die Sendergruppen Nexstar und Sinclair, die zusammen rund 70 ABC-Affiliates betreiben, kündigten an, „Jimmy Kimmel Live!“ weiterhin zu blockieren und durch eigene Programme zu ersetzen.

Monolog über Charlie Kirk löst Proteste und Absetzung aus

Auslöser für die Absetzung der Show war Kimmels Monolog über den Mord an dem konservativen Aktivisten Charlie Kirk. Wörtlich sagte er: „Die MAGA-Gang versucht verzweifelt, den Mann, der Charlie Kirk ermordet hat, als etwas anderes darzustellen als einen von ihnen – und tut alles, um daraus politisches Kapital zu schlagen.“ Tags darauf griff Kimmel Präsident Trump direkt an: Dessen Reaktion sei „nicht die eines Erwachsenen, der um einen Freund trauert, sondern wie die eines Vierjährigen, der einen Goldfisch verloren hat“. Auch FBI-Chef Kash Patel und Vizepräsident J.D. Vance wurden Ziel seines Spotts.

Kimmels Kommentare führten zu einem Protest von ABC-Partnern: Der Präsident der Nexstar-Sendersparte, Andrew Alford, sprach von „beleidigenden und unsensiblen“ Äußerungen „in einer kritischen Phase der politischen Debatte“. Daraufhin setzte ABC die Show ab.

„Folge dem Geld“: CNN-Journalist Tapper sieht wirtschaftliche Interessen

CNN-Journalist Jake Tapper veröffentlichte daraufhin auf X ein Video, in dem er finanzielle Interessen hinter Kimmels Absetzung sieht. „Folge dem Geld“, schrieb er mit Blick auf den geplanten Kauf des TV-Konzerns Tegna durch Nexstar für mehr als sechs Milliarden US-Dollar. Dieser Deal könnte geltendes Recht verletzen. Tapper erinnerte daran, dass der von Trump ernannte FCC-Chef Carr im Mai eine Neubewertung angekündigt hatte. Er bezeichnete Kimmel als „untalentiert“ und forderte lokale Sender auf, die Show nicht mehr auszustrahlen. Wenige Stunden später kündigte Nexstar an, „Jimmy Kimmel Live!“ tatsächlich abzusetzen – für Tapper kein Zufall. Der Konzern wolle sich bei Carr und Präsident Trump nicht angreifbar machen, solange über die Fusion entschieden wird, hieß es.

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