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Repräsentantenhaus

USA: Republikaner Jim Jordan fällt bei Wahl für Kongress-Spitze vorerst durch

Ein Hardliner und Verbündeter von Donald Trump will auf den mächtigen Posten des „Speakers“. Doch vorerst reicht es nicht für ihn.

Team News AFP
3 Min
Jim Jordan ist bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses vorerst durchgefallen. 

Jim Jordan ist bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses vorerst durchgefallen. 

© Jose Luis Magana/AP

Der erzkonservative US-Republikaner Jim Jordan ist bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses vorerst durchgefallen. Bei einer Abstimmung in der Kongresskammer verfehlte der Verbündete von Ex-Präsident Donald Trump am Dienstag mit 200 Stimmen klar die erforderliche Mehrheit von 217 Stimmen.

Neben den Demokraten votierten auch 20 Republikaner gegen den 59-jährigen Hardliner, der sich um die Nachfolge des vor zwei Wochen abgesetzten Vorsitzenden Kevin McCarthy bewarb. Jordan könnte aber versuchen, sich in weiteren Wahlgängen durchzusetzen. Nach seiner Abstimmungsniederlage wurde die Sitzung des Repräsentantenhaus bis auf Weiteres beendet.

McCarthy hatte bei seiner Wahl im Januar 15 Durchgänge gebraucht, um das dritthöchste Staatsamt zu erringen. Er wurde nur neun Monate später im Zuge einer Rebellion des Rechtsaußen-Flügels seiner Partei als erster Vorsitzender der Kammer der US-Geschichte abgesetzt.

Jim Jordan: Fehlende Mehrheit zeichnete sich bereits im Vorfeld ab

Bei der chaotischen Suche nach einem Nachfolger wurde der von Trump unterstützte Jordan am vergangenen Freitag von der Republikaner-Fraktion nominiert. Am Vortag hatte der zunächst von der Fraktion nominierte republikanische Mehrheitsführer Steve Scalise das Handtuch geworfen, nachdem klar geworden war, dass er im Plenum die notwendige Mehrheit verfehlen würde.

Eine fehlende Mehrheit hatte sich auch bei Jordan bereits im Vorfeld der Abstimmung am Dienstag abgezeichnet. Bei vielen moderaten Republikanern gibt es große Vorbehalte gegen den derzeitigen Vorsitzenden des einflussreichen Justizausschusses des Repräsentantenhauses, der für scharf rechte Positionen und einen aggressiven Politikstil bekannt ist.

„Ich würde die Menschen ermutigen, nicht überrascht zu sein, wenn es ein paar Runden braucht“, sagte der republikanische Abgeordnete Austin Scott dem rechtsgerichteten Nachrichtensender Fox News mit Blick auf die Wahl eines Vorsitzenden.

Demokraten warnen vor Jordan als neuem „Speaker“ 

In der Debatte vor der Abstimmung hatten die Demokraten von Präsident Joe Biden vor Jordan als neuem „Speaker“ (Sprecher) des Repräsentantenhauses gewarnt. Die Nummer drei der Demokraten-Fraktion, Pete Aguilar, sagte, Jordan strebe ein landesweites Abtreibungsverbot an, sei ein Wahlleugner und habe mit zur Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021 angestiftet. Ihn zum Vorsitzenden der Kammer zu machen wäre „eine furchtbare Botschaft an unser Land und unsere Verbündeten“.

Die Republikaner stellen derzeit 221 Abgeordnete im Abgeordnetenhaus, die Demokraten 212. Weil bei der Abstimmung am Dienstag ein Republikaner fehlte, hätte sich Jordan nur drei Abweichler leisten können. Es verwehrten ihm dann deutlich mehr Parteikollegen die Unterstützung.

Der Streit bei den Republikanern hat weitreichende Folgen: Ohne Vorsitzenden ist das Repräsentantenhaus weitgehend gelähmt. Damit kann der Kongress unter anderem keine weiteren Militärhilfen für das von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas angegriffene Israel und die von Russland angegriffene Ukraine beschließen. Den USA droht zudem Mitte November ohne Lösung im Haushaltsstreit ein sogenannter Shutdown.

Jordan sitzt seit 2007 im Repräsentantenhaus. Er stand lange Zeit am rechten Rand der Republikaner, wurde im Laufe der Jahre aber zunehmend zu einer zentralen Figur der nach rechts gerückten Partei. Jordan gehört zu den Antreibern eines Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Joe Biden wegen des Vorwurfs, in umstrittene Auslandsgeschäfte seines Sohnes Hunter Biden verwickelt zu sein.

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