Lebensmittelalarm

Durchfall-Welle erfasst 27 US-Staaten – Spur führt zu Jalapeños aus Mexiko

Parallel zum großen Cyclospora-Ausbruch mit 6358 Fällen untersuchen Behörden nun Salmonellen in Jalapeños. Die Spur führt zu Chipotle und QDOBA.

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Jalapeños gelten als wahrscheinliche Quelle eines Salmonellenausbruchs in den USA.

Jalapeños gelten als wahrscheinliche Quelle eines Salmonellenausbruchs in den USA.

© Bonnie Marquette/imago

Die USA werden von einem weiteren großen Ausbruch einer lebensmittelbedingten Krankheit getroffen. 345 Menschen in 27 Bundesstaaten haben sich mit Salmonellen infiziert. 36 Erkrankte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet, wie die US-Gesundheitsbehörde CDC mitteilte.

Die Ermittler führen den Ausbruch auf Jalapeños aus dem mexikanischen Bundesstaat Sinaloa zurück. Epidemiologische Daten und die Rückverfolgung der Lieferwege deuteten auf Chilischoten eines gemeinsamen Erzeugers hin, erklärte das CDC. Die Jalapeños gelangten über den kalifornischen Händler Coast Citrus Distributors in die USA.

Die ersten Erkrankungen wurden am 19. Juni registriert, die bislang jüngsten am 20. Juli. Nach Einschätzung des CDC dürfte die tatsächliche Zahl der Infizierten wesentlich höher liegen. Viele Betroffene ließen sich nicht untersuchen. Zudem dauert es häufig drei bis vier Wochen, bis eine Erkrankung dem Ausbruch zugeordnet werden kann.

Jalapeños wurden bei Chipotle und QDOBA serviert

Von 191 befragten Erkrankten hatten 177 vor dem Auftreten ihrer Symptome in einem Restaurant mit mexikanischem Angebot gegessen. Das entspricht 93 Prozent. Zu den betroffenen Ketten gehören Chipotle Mexican Grill und QDOBA.

Die Behörden identifizierten 27 Krankheitscluster an Filialen beider Ketten in sieben Bundesstaaten. Dabei handelt es sich jeweils um mehrere Menschen, die unabhängig voneinander am selben Ort gegessen hatten und anschließend erkrankten. Zunächst prüften die Ermittler neben Jalapeños auch rote Zwiebeln, Koriander und Avocados. Die Rückverfolgung der Lieferketten führte schließlich zu einem Jalapeño-Erzeuger in Sinaloa.

Chipotle wechselte nach Angaben der Lebensmittelbehörde FDA bereits am 20. Juli den Jalapeño-Lieferanten. QDOBA entfernte die Chilischoten am 28. Juli aus seinen Restaurants und serviert derzeit keine Jalapeños. Die Behörden sehen deshalb aktuell kein fortbestehendes Infektionsrisiko in den betroffenen Filialen.

Die Aktien von Chipotle waren am Dienstag um mehr als acht Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen die Entfernung der Jalapeños aus Restaurants in Minnesota und weiteren Bundesstaaten bekannt gegeben hatte.

Eine Chipotle-Filiale in den USA. Die Restaurantkette hatte Jalapeños des betroffenen Lieferanten erhalten und wechselte am 20. Juli den Anbieter.

Eine Chipotle-Filiale in den USA. Die Restaurantkette hatte Jalapeños des betroffenen Lieferanten erhalten und wechselte am 20. Juli den Anbieter.

© Zoonar.com/Nadtochiy Photography/imago

Lieferant ruft Jalapeños aus Sinaloa zurück

Coast Citrus Distributors erklärte sich nach Angaben der FDA bereit, die verbliebenen Jalapeños zurückzurufen und seine Kunden zu informieren. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht.

Nach bisherigem Stand belieferte Coast Citrus keine Supermärkte direkt mit den betroffenen Chilischoten. Die FDA rief Restaurants und andere gewerbliche Abnehmer dennoch dazu auf, Jalapeños aus den zurückgerufenen Lieferungen weder zu essen noch zu verkaufen oder zu servieren.

Eine Infektion mit Salmonellen kann Durchfall, Fieber und starke Magenkrämpfe verursachen. Besonders schwere Verläufe drohen kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Eisbergsalat-Ausbruch zählt bereits 6358 Erkrankte

Die Jalapeño-Fälle sind nicht Teil des seit Wochen laufenden Cyclospora-Ausbruchs, der mit Eisbergsalat aus Zentralmexiko in Verbindung gebracht wird. Die beiden Krankheitswellen laufen parallel und werden von unterschiedlichen Erregern verursacht.

Die Zahl der bestätigten Cyclospora-Infektionen ist inzwischen auf 6358 in 15 Bundesstaaten gestiegen. Mindestens 278 Menschen wurden im Krankenhaus behandelt. Zwei Erkrankte aus Michigan starben. Nach Angaben der FDA litten beide unter erheblichen Vorerkrankungen, die durch die Infektion und den Flüssigkeitsverlust zusätzlich belastet worden sein könnten.

Die Erkrankungen begannen zwischen dem 22. Juni und dem 31. Juli. Die Ermittler brachten sie mit Eisbergsalat des Unternehmens Taylor Farms de Mexico in Verbindung. Der Salat wurde unter anderem in Taco-Bell-Restaurants serviert und unter der Marke Marketside in ausgewählten Walmart-Filialen verkauft.

Taylor Farms nahm den Eisbergsalat am 17. Juli freiwillig vom US-Markt. Betroffen waren sowohl ganze Salatmischungen als auch geschnittener Eisbergsalat. Die FDA rechnet dennoch mit weiteren nachträglich bestätigten Fällen, weil die Zuordnung einer Cyclospora-Infektion bis zu sechs Wochen dauern kann.

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