Ukraine

„America First“: USA stoppen einige Waffenlieferungen an Ukraine

Unter anderem sollen bestimmte Flugabwehrraketen nicht länger an die Ukraine geliefert werden. Berichten zufolge befürchten die USA, dass ihre eigenen Waffenbestände zu knapp werden.

Anika Schlünz AFP/Anika Schlünz
2 Min
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfel in Den Haag

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfel in Den Haag

© Bestimage/imago

Die USA stoppen eigenen Angaben zufolge mehrere Waffenlieferungen an die Ukraine, welche dem Land unter der Regierung von Ex-Präsident Joe Biden versprochen worden waren. Dabei soll es sich vor allem um Flugabwehrraketen handeln.

„Diese Entscheidung ist getroffen worden, um die Interessen Amerikas an erste Stelle zu setzen, nachdem das Verteidigungsministerium die militärische Unterstützung und Hilfe unseres Landes für andere Länder auf der ganzen Welt überprüft hat“, erklärte die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly. „Die Stärke der US-Streitkräfte steht außer Frage – fragen Sie einfach den Iran.“

USA: Sorge um niedrige Bestände einiger Waffen

US-Medien hatten zuvor berichtet, dass die USA nach eigenen Angaben über den Rückgang seiner eigenen Munitionsbestände besorgt seien. Einem Politico-Bericht zufolge ist die Entscheidung über den Stopp der Waffenlieferungen von Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, vorangetrieben worden.

Hintergrund war demnach eine Überprüfung der Munitionsbestände des Pentagons. Dabei habe man festgestellt, dass die Bestände einiger Waffen niedrig seien. Zu den zurückgezogenen Gütern sollen laut Politico Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme und Präzisionsartilleriegeschosse sowie Hellfire- und andere Raketen gehören, die die Ukraine von ihren F-16-Kampfflugzeugen und Drohnen aus abfeuert.

Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte bereits im Juni angekündigt, Mittel auf Trumps Hauptziele umzulenken. Er sagte, das Budget des Verteidigungsministeriums enthalte harte Entscheidungen und „spiegelt die Realität wider, dass Europa mehr für die Verteidigung seines eigenen Kontinents tun muss“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Anfang Juni vor massiven Auswirkungen für sein Land gewarnt, falls die USA die Unterstützung für sein Land kürzen oder ganz einstellen sollten. Die USA, einst größter Unterstützer der Ukraine, hatten seit Januar keine neuen Hilfen mehr für die von Russland angegriffene Ukraine beschlossen. Erst vor kurzem hat Russland einige seiner schwersten Luftangriffe des Krieges gestartet.

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