Das US-Militär hat nach eigenen Angaben mehrere iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf Kuwait, Bahrain und weitere Ziele in der Golfregion abgewehrt. Als Reaktion griffen amerikanische Streitkräfte eine Kommandostation auf der iranischen Insel Qeshm an, erklärte das US-Zentralkommando Centcom auf X.
Laut Centcom schoss der Iran mehrere ballistische Raketen in Richtung benachbarter Staaten ab. Zwei auf Kuwait gerichtete Geschosse seien vor dem Ziel niedergegangen oder zerbrochen, drei auf Bahrain abgefeuerte Raketen seien von US- und bahrainischen Luftabwehrkräften abgefangen worden. Zudem habe die US-Luftabwehr mehrere Drohnen abgeschossen, die unter anderem US-Truppen in Kuwait angegriffen hätten.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten laut staatlichen iranischen Medien, die von Reuters zitiert wurden, sie hätten das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain sowie einen Luftwaffenstützpunkt in einem nicht näher bezeichneten Land in der Region mit Raketen und Drohnen attackiert – als Reaktion auf einen US-Angriff auf einen Kommunikationsturm südlich von Qeshm. Centcom wies dies zurück: Sämtliche iranischen Angriffe seien gescheitert.
Die kuwaitische Nachrichtenagentur KUNA teilte auf X mit, dass der Flugverkehr am internationalen Flughafen von Kuwait zunächst eingestellt werde. Zuvor sei „Terminal 1 Ziel iranischer Angriffe geworden, die Opfer und Sachschäden zur Folge hatten“, hieß es.
Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums schrieb auf X, seit „den ersten Stunden der brutalen iranischen Aggression gegen den Staat Kuwait“ habe es 63 Verletzte gegeben. Das Außenministerium sprach laut Reuters von einem Toten, zudem seien wichtige Einrichtungen und diplomatische Vertretungen beschädigt worden.
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Ölpreis legt zu
Die Ölpreise stiegen am Mittwoch vor dem Hintergrund der erneuten Angriffe. Die Nordseesorte Brent stieg nach Reuters-Angaben um 0,8 Prozent auf 96,81 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI um 1,0 Prozent auf 94,67 Dollar.
Das Stocken der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran und Warnung der Internationalen Energieagentur (IEA) „vor kritisch niedrigen globalen Lagerbeständen führen zu einer Erhöhung der Risikoprämie bei den Referenzpreisen“, sagte Emril Jamil, Senior-Analyst für Öl bei LSEG, laut Reuters.
Die Leiterin der Abteilung für Ölindustrie und -märkte der IEA, Toril Bosoni, erklärte dem Bericht zufolge, die globalen Ölvorräte könnten „kurz vor dem Höhepunkt der Sommernachfrage kritische oder historische Tiefstände erreichen“, wenn der Abbau der Lagerbestände im derzeitigen Tempo anhalte.
Trump: Gespräche laufen „ununterbrochen weiter“
Iranische Medien berichteten laut Reuters, Teheran habe seit mehreren Tagen nicht mit Washington kommuniziert. US-Präsident Donald Trump wies dies zurück und erklärte auf Truth Social: „Die Gespräche zwischen uns laufen ununterbrochen weiter, auch vor vier Tagen, vor drei Tagen, vor zwei Tagen, vor einem Tag und heute.“
US-Außenminister Marco Rubio sagte einem AP-Bericht zufolge am Dienstag, der Iran habe „zugestimmt, über Aspekte ihres Atomprogramms zu verhandeln, die sie noch vor einem Monat, ja vor einem Jahr, nicht einmal erwähnen wollten“. Es gebe jedoch keine Garantie, dass „dies zu einem akzeptablen Abkommen führen wird“.
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