USA wollen die Ausrüstung offenbar bezahlen: Russische Waffen für Afghanistan

MOSKAU/KABUL, 11. Februar. Der afghanische Vizepremier und Verteidigungsminister Mohammed Fahim ist am Montag zu einem siebentägigen Besuch in Moskau eingetroffen. Bei den Gesprächen mit der russischen Führung geht es offiziellen Angaben zufolge vor allem um den Aufbau der afghanischen Streitkräfte. Verhandeln will Fahim vor allem über die Lieferung älterer Waffensysteme. Er ist interessiert an russischen Panzern vom Typ T-55 und T-56, Mi-8-Hubschraubern und MiG-21-Kampfflugzeugen. Diese Waffensysteme haben den Vorteil, dass sie für die afghanischen Militärs leicht zu handhaben sind, da die meisten von ihnen eine Ausbildung nach sowjetischem Vorbild genossen haben. Moskau und Washington hätten sich bereits im Prinzip darüber geeinigt, dass die Waffenlieferungen von den USA bezahlt werden, erklärte ein Beamter des russischen Sicherheitsrates.Armee nach sowjetischem VorbildEr wolle eine Armee nach sowjetischem Vorbild aufbauen, erklärte Fahim vor seinem Abflug aus Kabul. Die afghanischen Militärs sind bereits jetzt vorwiegend mit Waffensystemen sowjetischer beziehungsweise russischer Herkunft ausgerüstet. Schon im vergangenen Jahr hatte Russland während der Kämpfe gegen die Talibanmilizen Waffen für etwa 40 Millionen Euro an die damalige Nordallianz geliefert. Nach Abschluss der Kämpfe besteht nun erheblicher Nachschub- und Ersatzteil-Bedarf, zumal die Zentralregierung sich auch innerafghanischen Konflikten gegenübersieht. Zu Beginn der Gespräche versprach der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow Fahim Kartenmaterial über Minenfelder aus der sowjetischen Besatzungszeit. Russland will in Kabul ein Minenräum- und Katastrophenschutzzentrum aufbauen. Es hat seit Herbst 2001 unter anderem 10 000 Tonnen Lebensmittel und Medikamente geliefert. Am Sonntag trafen in der Stadt Bangi in Nordafghanistan 1 400 Zelte für Flüchtlinge ein.Nach Fahim werden noch in dieser Woche der afghanische Innenminister Junus Kanuni, später Außenminister Abdullah Abdullah und schließlich Anfang März Premierminister Hamid Karsai in Moskau erwartet. Moskau bemüht sich nach Kräften, seinen Einfluss in Kabul auszubauen.Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping wird an diesem Dienstag zu einem Besuch der Bundeswehreinheiten in Afghanistan erwartet. Er will auch mit Premier Karsai sprechen. Am Montag wurde Scharping in der usbekischen Hauptstadt Taschkent von Präsident Islam Karimow empfangen. Usbekistan hat den Flughafen Termes an der afghanischen Grenze für Transportflugzeuge der Bundeswehr geöffnet. Das US-Verteidigungsministerium versprach unterdessen die Untersuchung eines Zwischenfalls in einem Dorf bei Kandahar. Dort sollen nach einem Bericht der "Washington Post" US-Soldaten Ende Januar vier gefangene Zivilisten bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen haben. Nachdem sich herausgestellt hätte, dass sie keine Taliban oder El-Kaida-Mitglieder waren, seien die Gefangenen in der letzten Woche freigelassen worden. (mit ...

BLZ
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MOSKAU/KABUL, 11. Februar. Der afghanische Vizepremier und Verteidigungsminister Mohammed Fahim ist am Montag zu einem siebentägigen Besuch in Moskau eingetroffen. Bei den Gesprächen mit der russischen Führung geht es offiziellen Angaben zufolge vor allem um den Aufbau der afghanischen Streitkräfte. Verhandeln will Fahim vor allem über die Lieferung älterer Waffensysteme. Er ist interessiert an russischen Panzern vom Typ T-55 und T-56, Mi-8-Hubschraubern und MiG-21-Kampfflugzeugen. Diese Waffensysteme haben den Vorteil, dass sie für die afghanischen Militärs leicht zu handhaben sind, da die meisten von ihnen eine Ausbildung nach sowjetischem Vorbild genossen haben. Moskau und Washington hätten sich bereits im Prinzip darüber geeinigt, dass die Waffenlieferungen von den USA bezahlt werden, erklärte ein Beamter des russischen Sicherheitsrates.Armee nach sowjetischem VorbildEr wolle eine Armee nach sowjetischem Vorbild aufbauen, erklärte Fahim vor seinem Abflug aus Kabul. Die afghanischen Militärs sind bereits jetzt vorwiegend mit Waffensystemen sowjetischer beziehungsweise russischer Herkunft ausgerüstet. Schon im vergangenen Jahr hatte Russland während der Kämpfe gegen die Talibanmilizen Waffen für etwa 40 Millionen Euro an die damalige Nordallianz geliefert. Nach Abschluss der Kämpfe besteht nun erheblicher Nachschub- und Ersatzteil-Bedarf, zumal die Zentralregierung sich auch innerafghanischen Konflikten gegenübersieht. Zu Beginn der Gespräche versprach der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow Fahim Kartenmaterial über Minenfelder aus der sowjetischen Besatzungszeit. Russland will in Kabul ein Minenräum- und Katastrophenschutzzentrum aufbauen. Es hat seit Herbst 2001 unter anderem 10 000 Tonnen Lebensmittel und Medikamente geliefert. Am Sonntag trafen in der Stadt Bangi in Nordafghanistan 1 400 Zelte für Flüchtlinge ein.Nach Fahim werden noch in dieser Woche der afghanische Innenminister Junus Kanuni, später Außenminister Abdullah Abdullah und schließlich Anfang März Premierminister Hamid Karsai in Moskau erwartet. Moskau bemüht sich nach Kräften, seinen Einfluss in Kabul auszubauen.Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping wird an diesem Dienstag zu einem Besuch der Bundeswehreinheiten in Afghanistan erwartet. Er will auch mit Premier Karsai sprechen. Am Montag wurde Scharping in der usbekischen Hauptstadt Taschkent von Präsident Islam Karimow empfangen. Usbekistan hat den Flughafen Termes an der afghanischen Grenze für Transportflugzeuge der Bundeswehr geöffnet. Das US-Verteidigungsministerium versprach unterdessen die Untersuchung eines Zwischenfalls in einem Dorf bei Kandahar. Dort sollen nach einem Bericht der "Washington Post" US-Soldaten Ende Januar vier gefangene Zivilisten bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen haben. Nachdem sich herausgestellt hätte, dass sie keine Taliban oder El-Kaida-Mitglieder waren, seien die Gefangenen in der letzten Woche freigelassen worden. (mit AFP)

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