Ukrainekrieg

J.D. Vance verrät, warum Trump Selenskyj vor laufenden Kameras treffen wollte

Der Vizepräsident der USA schilderte in einem Interview, wie es dazu kam, dass er bei einem Treffen im Weißen Haus die Geduld mit dem ukrainischen Präsidenten verlor.

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US-Vizepräsident J.D. Vance (r.) spricht mit dem ukrainischen Präsidenten im Beisein von Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses.

US-Vizepräsident J.D. Vance (r.) spricht mit dem ukrainischen Präsidenten im Beisein von Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses.

© Jim LoScalzo/Imago

Nach dem historischen Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj hat Trumps Vizepräsident J.D. Vance sich zuversichtlich geäußert, dass Selenskyj Friedensgesprächen mit Russland zustimmen werde. Zwar habe Selenskyj bei seinem Besuch im Weißen Haus „eine offensichtliche Abneigung“ gezeigt, sich am von Trump anvisierten „Friedensprozess“ zu beteiligen, sagte Vance am Montag (Ortszeit) in einem Interview mit dem Nachrichtensender Fox News. „Aber ich denke, er wird letztendlich so weit sein.“

Laut Vance war der Wendepunkt des Treffens seine eigene Antwort auf die Frage eines Journalisten, die Selenskyj „komplett aus der Fassung brachte“. „Es fehlte an Respekt. Es gab ein gewisses Anspruchsdenken“, sagte Vance gegenüber Sean Hannity.

Zuvor hatte Vance nach eigenen Angaben versucht, Trump davon zu überzeugen, das Treffen mit Selenskyj unter vier Augen abzuhalten. Der US-Präsident habe ihm geantwortet: „Nein, eigentlich will ich das nicht mehr unter vier Augen führen. Ich möchte dieses Gespräch öffentlich führen, sodass es das amerikanische Volk sehen kann“, zitierte Vance den US-Präsidenten.

Auf die Frage, ob Trump weiterhin zu Gesprächen mit Selenskyj bereit sei, sagte Vance: „Präsident Trump hat klar und beständig gesagt, dass die Tür offen ist, sofern Selenskyj bereit ist, ernsthaft über Frieden zu sprechen.“

Vance über „das Problem mit den Europäern“

Mit Blick auf Europa sagte Vance, dass Trump zwar ein gutes Verhältnis zu vielen europäischen Verbündeten der Ukraine habe, aber deren öffentliche Äußerungen zum Ukrainekrieg sich von dem unterscheiden, was sie privat sagen. „Das Verrückteste daran ist, Sean, dass es manchmal europäische Staatsoberhäupter gibt, die sich in der Öffentlichkeit aufplustern und sagen: ‚Wir unterstützen Präsident Selenskyj für die nächsten zehn Jahre.‘ Und privat sagen sie: ‚Das kann nicht ewig so weitergehen, er muss an den Verhandlungstisch kommen.‘“ Vance fügte hinzu: „Das Problem mit den Europäern ist, dass sie realistisch sein müssen.“ Der Krieg könne nicht auf unbestimmte Zeit andauern.

Das Interview wurde aufgezeichnet, bevor das Weiße Haus ankündigte, die Militärhilfe für die Ukraine auszusetzen, weshalb Vance nicht direkt auf diese Entwicklung einging. Die New York Times berief sich in einem betreffenden Bericht auf einen Regierungsbeamten, nach dessen Aussage die Militärhilfe erst wieder aufgenommen werden soll, wenn für Trump erkennbar sei, dass sich die Ukraine zu Friedensverhandlungen mit Russland verpflichtet. (mit AFP)


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