Leider funktioniert die Live-Karte auf dem Handy noch nicht, aber am Computerbildschirm, kann man sich mit dem neuesten Produkt des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) schon prima amüsieren. Man kann die Karte auf der Internetseite des Verbundes aufrufen. Wer den Ort eingibt, den er sehen will, erhält eine Berlinkarte, auf der es vor Symbolen nur so wimmelt.
Beispiel Alexanderplatz: Zu sehen ist der Bereich vom S-Bahnhof Friedrichstraße bis zur Weberwiese und vom Spittelmarkt bis zum Rosenthaler Platz. Von oben kommen auf einmal zwei blaue Vierecke ins Blickfeld und bewegen sich zielstrebig südwärts über die Karte. Das sind die U-Bahnen U2 und U8. Mitten durch bewegen sich plötzlich zwei rote Rechtecke und ein gelbes Symbol, zwei Regionalbahnen und ein ICE. Und dann sind da noch viele violette Kreise, das sind die Busse. Die torkeln scheinbar willkürlich herum. Aber so sieht es nur auf den ersten Blick aus. Die Bus-Symbole folgen brav ihrer Linienroute.
Mit der Live-Karte hat der VBB eindeutig einen Beitrag zur allgemeinen Unterhaltung geleistet. Es gibt sie seit dem vergangenen Wochenende. Ganz neu ist auch eine weitere technische Innovation des VBB. Am Dienstag stellte der Verbund seine neue Applikation für Mobiltelefone vor. Leider funktioniert sie noch nicht auf Apple-Produkten, sondern nur auf Android-Geräten. Aber auch die App fürs iPhone wird es in Kürze geben.
Mit der App kann man nicht nur seine Route planen. „Die neue VBB-App Bus und Bahn bietet zusätzlich zu der bewährten Routenplanung der VBB-Fahrinfo den Ticketkauf für den gesamten VBB an“, preist VBB-Sprecherin Elke Krokowski die Applikation an: Kurzstrecken, Anschlussfahrausweise, Einzelfahrscheine, Tageskarten, 4-Fahrten-Karten, Kleingruppen- und Gruppenkarten und in Kürze auch Fahrradkarten. Mit einer weiteren App kann der VBB-Kunde Tickets für zwanzig weitere Regionen in Deutschland erwerben, darunter Dresden, Hamburg, Nürnberg, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Dortmund, Wuppertal, Stuttgart.
Bezahlt werden die Handytickets per Lastschrift, Kreditkarte oder Guthaben-Konto. Abfragen lassen sich auch Abfahrts- und Ankunftszeiten in Echtzeit, Fahrweg, Umsteigeverbindungen, Barrierefreiheit. Geschäftsführer Hans-Werner Franz nennt die App einen persönlichen, mobilen Berlin-Brandenburger Fahrscheinautomaten für die Jackentasche.
Alle sind pünktlich – theoretisch
Auf der Livekarte sind Verspätungen am allerschönsten. Man erkennt sie an einer Zahl hinter der Liniennummer. Wer sich das näher ansieht, wird feststellen, Verspätungen können sogar Spaß machen. Die S25 zum Beispiel taucht am unteren Bildrand auf, mit zwei Minuten Verspätung. Dann hängt sie am Bahnhof Friedrichstraße fest. Bewegt sie sich? Sie bewegt sich doch. Gefühlte fünf Minuten später. Kurz sieht es so aus, als wolle die Bahn in die Spree stürzen, aber dann folgt sie doch dem Schienenverlauf.
BVG-Bahnen und Busse scheinen auf dieser Karte seltsamerweise alle pünktlich zu sein. Aber das täuscht. Die BVG liefert ihre Daten nur nicht in Echtzeit. Das wird noch dauern. Voraussichtlich bis zum Sommer.
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