Vegane Lebensmittel

Vegane Milch aus dem Drucker: 20.000 Liter Hafermilch täglich in Ludwigsfelde

Das Ludwigsfelder Unternehmen Veganz revolutioniert die Branche mit Hafermilch, die per Post verschickt wird. Die scheibenartigen Tafeln produziert die Firma nun auch im Auftrag von Rewe und Penny.

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Druckerzeugnis zum Trinken

Druckerzeugnis zum Trinken

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Für Firmenchef Jan Bredack ist es Milch, die im Briefumschlag geliefert werden kann. Genauer: in einem Kuvert im Din-A4-Format, dessen Inhalt mit etwas Wasser in einem Mixer zu Hafermilch verwandelt werden kann. Das Ausgangsprodukt sind käsescheibenartige Tafeln, die aus dem Drucker kommen. Im vorigen Herbst hatte das Ludwigsfelder Unternehmen Veganz die Fertigung dafür südlich von Berlin gestartet. Nun nimmt die Produktion richtig Fahrt auf.

Veganz war 2011 von Bredack als erste vegane Supermarkt-Kette Europas gegründet worden. Etliche Filialen wurden eröffnet und bald wieder geschlossen. Danach wandelte sich das Unternehmen zu einem Großhandel für vegane Produkte, die man teils auch bei großen Herstellern im Auftrag produzieren ließ. Im vergangenen Jahr erfolgte dann die Transformation der Firma vom Handelsunternehmen zum Lebensmittelproduzenten. Veganz verabschiedete sich aus Berlin und nahm in einem Ludwigsfelder Gewerbegebiet seine „Food Factory“ in Betrieb, in der seitdem auch Milch gedruckt wird.

Die war zunächst nur über die eigenen Vertriebskanäle zu bekommen. Inzwischen liegt sie auch in den Regalen der Drogeriekette Dm. Nun verkauft Veganz aber nicht nur, sondern produziert die Milch aus dem Drucker auch direkt für die Supermarktkette Rewe, die gerade erst in Friedrichshain in dem ehemals letzten Veganz-Laden ihre erste Filiale für ausschließlich vegane Erzeugnisse eröffnete. Die Hafermilch zum Selbermachen wollen Rewe und die Discount-Tochter Penny dann unter einer eigenen Marke anbieten. „Das ist der Ritterschlag für einen Hersteller“, sagt Veganz-Chef Bredack. Über Monate habe man daran gearbeitet, um die nötigen Zertifizierungen zu erhalten. Mit weiteren Kunden und Auftraggebern werde bereits verhandelt.

Aktuell laufen die Milchdrucker in Ludwigsfelde bereits in zwei Schichten, teilweise sogar an sieben Tagen die Woche. In den nächsten Tagen wird der Maschinenpark noch erweitert. Laut Bredack werde die Produktion in Kürze auf 20.000 Liter Milch am Tag hochgefahren.  Damit sei dann allerdings auch die Kapazitätsgrenze erreicht. Daher soll demnächst noch eine weitere Food Factory an einem noch nicht genannten Ort eröffnet werden. Schon im Sommer soll dort die Produktion beginnen. 

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