Kleiner Verein - respektable Wirkung: Die Bürgerinitiative Berliner Wassertisch hat gestern fristgerecht weit mehr als die für die Einleitung eines Volksbegehrens notwendigen Unterschriften präsentieren können. 264000 Berliner bekunden in diesem ersten Akt, wie wichtig ihnen ihr täglich Trinkwasser ist. Vor allem aber haben sie dem Senat mitgeteilt, wie wenig sie es schätzen, wenn ihre Angelegenheiten vor ihnen verborgen werden. Es gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.Das Verlangen nach Offenlegung der Verträge mit den privaten Miteigentümern der Wasserbetriebe ist so plausibel, dass der Senat bereits ein Offenlegungsgesetz beschloss, doch die Initiative will mehr. Ihr Motto kündet vom wahren Ziel: "Schluss mit Geheimverträgen - Wir Berliner wollen unser Wasser zurück". Will sagen: Rekommunalisierung. Gegen die Romantisierung gesellschaftlichen Eigentums hilft die Erinnerung an die Zeiten, als Strom und Wasser in kommunalen (West) oder volkseigenen (Ost) Händen lagen. Misswirtschaft, Korruption, Verschwendung, personelle Über- und technische Unterausstattung, ökonomische und ökologische Verantwortungslosigkeit. Berlin hat heute gutes Wasser, verantwortungsvoller Umgang mit dem teuren Gut hat sich weithin durchgesetzt. Ob die Gewinne zu hoch sind, ob die Preise gesenkt werden können, das kann eine Vertragsüberprüfung herausfinden. So weit, so gut.
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