Verdämmte Welten

André Mielke
2 Min

Für untertänigste Unruhe hat die Ansage von Bundesregentin Merkel gesorgt, zugunsten des Weltklimas bald gründlich die Mieten erhöhen zu lassen. Alle schlimmen Ahnungen sind aber unbegründet. Hausbesitzer werden erst dann die Miete pauschal "wegen Klimaschutz oder so" auf das Dreifache anheben dürfen, wenn wissenschaftlich bewiesen ist, dass die Dicke des Polkappeneises sich proportional zur Höhe des Mietzinses verhält. Bis dahin können lediglich Kosten auf die Mieter umgelegt werden, die durch energetische Gebäudesanierung entstanden sind, also für verglaste Fenster oder ein in etwa gedecktes Dach. Für das Anbringen von Deckenmalereien im Stil des späten Michelangelo muss der Mieter nur aufkommen, wenn mindestens zehn Farbschichten aufgetragen und Material mit hohem Wärmedämmwert verwendet wurden. An den Aufwendungen zum Einbau eines Whirlpools wird der Mieter allenfalls beteiligt, falls das Gerät eine neutrale Kohlendioxidbilanz aufweist, also defekt ist. Marmor im Treppenhaus gilt dagegen immer als Maßnahme gegen die globale Erwärmung, denn Marmor wirkt bekanntlich eher kühl.Die Kanzlerin ist überzeugt, dass solche Investitionen sich auf lange Sicht nicht nur für das Handwerk lohnen, sondern auch für Mieter. Das beste Beispiel ist ihre Regierung: Die ist nach einjähriger Bautätigkeit perfekt isoliert und muss dafür, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren bezahlen.

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