Kriminalität

Vergewaltiger auf der Flucht: Polizei fahndet nach Messerangriff auf Ex-Frau

Ein verurteilter Vergewaltiger ist nach einem unbegleiteten Ausgang aus dem Gefängnis Tegel in Berlin nicht zurückgekehrt. Er soll seine Ex-Frau schwer verletzt haben.

2 Min
Die Polizei fahndet nach einem Vergewaltiger auf der Flucht.

Die Polizei fahndet nach einem Vergewaltiger auf der Flucht.

© Carsten Rehder/dpa

Ein verurteilter Vergewaltiger ist nach einem unbegleiteten Ausgang aus dem Gefängnis Tegel in Berlin nicht zurückgekehrt. Nach Informationen der B.Z. soll er am vergangenen Wochenende in Lankwitz seiner Ex-Frau mit einem Messer aufgelauert und sie schwer verletzt haben. Die Frau musste ins Krankenhaus, konnte die Klinik aber mittlerweile wieder verlassen.

Der Mann sollte im kommenden Monat aus der Haft entlassen werden. Der ehemalige Marktleiter hatte in den vergangenen Monaten mehrere unbegleitete Freigänge absolviert, um sich auf das Leben in Freiheit vorzubereiten. Bislang gab es bei diesen Freigängen nach Informationen der BILD keine Probleme.

Weder über die Tat noch die Flucht des Mannes wurde die Öffentlichkeit von den Behörden informiert. Die Sprecherin der Berliner Justizverwaltung wollte sich am Mittwochnachmittag nicht dazu äußern. Bei der Polizei wurde der Messerangriff als „häusliche Gewalt" erfasst.

„Die Kollegen ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung. Alles Weitere ist Gegenstand der Ermittlungen. Nach dem Mann wird gefahndet", wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Verurteilung wegen schwerer Vergewaltigung und Freiheitsberaubung

Schon 2021 wurde der Mann straffällig und zu vier Jahren und neun Monaten Haft wegen schwerer Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, Nötigung, Waffenbesitz und Körperverletzung verurteilt. Hinzu kamen zwei Jahre Haft für einen Brandanschlag.

Er hatte sich 2019 in seine damals 23-jährige Mitarbeiterin verliebt. Doch die Beziehung war von Eifersucht und Gewalt geprägt. Die Frau zog aus und erwirkte ein Kontaktverbot.

Am 9. April 2020 passte er die Frau dann auf der Straße ab, zwang sie mit einem Messer ins Auto und fuhr nach Usedom. In der Nacht vergewaltigte er sie laut Urteil im Wagen. Am nächsten Tag fiel der Insel-Polizei das Auto mit Berliner Kennzeichen während des Corona-Lockdowns auf. Die Frau wurde befreit, der Mann festgenommen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema