Mit den Honoraren ging es für die niedergelassenen Ärzte in den letzten Jahren stetig bergab. Das wird sich ab dem Jahr 2009 mit der Einführung einer neuen Gebührenordnung ändern. "Die Gesetzesänderung wird der ambulanten Medizin mehr Geld bringen", sagt Uwe Kraffel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Er hofft auf eine 20-prozentige Erhöhung des Etats. Gegenwärtig gibt es seinen Angaben zufolge für die niedergelassenen Ärzte jährlich eine Milliarde Euro.Bislang zahlen die Krankenkassen den Kassenärzten für ihre Versicherten eine Kopfpauschale zwischen 200 und 550 Euro pro Mitglied und Jahr, die jährlich um maximal 0,64 Prozent angehoben werden darf. "Unsere Honorare sind seit 15 Jahren nicht gestiegen. Dies hat dazu geführt, dass Ärzten inzwischen ein Drittel ihrer Leistungen nicht vergütet wird", sagt Kraffel.Die Gesetzesänderung vom Frühjahr dieses Jahres sieht vor, die Leistungen wieder in Euro zu berechnen statt wie zurzeit in Punkten. Außerdem soll die Arbeit des Arztes besser bewertet werden: Die Kopfpauschalen der Krankenkassen werden angehoben, weil es anders als bisher eine bundesweit einheitliche Gebührenordnung geben wird. "Berliner Ärzte werden sich freuen, bayerische weinen", sagt Kraffel. "Denn Berlin bekommt mehr, Bayern weniger Geld." Bislang hätten die Berliner Ärzte das hohe Krankheitsrisiko der Bevölkerung und die schlechte wirtschaftliche Lage der Stadt selbst tragen müssen. Künftig müssen sich andere Bundesländer an den hohen Kosten im Berliner Gesundheitswesen beteiligen. So verwies Kraffel darauf, dass in Berlin überdurchschnittlich viele Menschen leben, die HIV positiv sind oder an Aids erkrankt sind. Sie werden in Schwerpunktpraxen versorgt, ihre Behandlung ist kostenaufwändig. Eine einheitliche Gebührenordnung wird es künftig auch innerhalb der Ärzteschaft geben. Augenärzte verdienen dann genau so viel wie Orthopäden.Letztlich hätten die Proteste der niedergelassenen Ärzte, die in den vergangenen Jahren mit Praxisschließungen gegen Honorareinbußen gekämpft haben, zu der Gesetzesreform geführt, sagt Kraffel. "Von der höheren Vergütung werden auch die Patienten profitieren." Die Praxisgebühr werde jedoch nicht abgeschafft, sagt der Mediziner.
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