Das Auswärtige Amt hat der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge erstmals Kontakt zu der seit rund drei Monaten in Syrien vermissten deutschen Journalistin Eva Maria Michelmann hergestellt. Nach Darstellung der Familie wird die Kölnerin in einem Gefängnis in Aleppo festgehalten.
„Nach intensiven und auch hochrangigen Bemühungen auf verschiedenen Kanälen haben wir heute direkten Zugang zu Frau Michelmann erhalten“, teilte das Auswärtige Amt mit. Die Journalistin werde nun konsularisch betreut. Mit dem Fall befasst seien die deutschen Botschaften in Beirut und Damaskus. Den Aufenthaltsort der Vermissten bestätigte das Ministerium nicht.
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Familie vermutet schlechten Gesundheitszustand
Die Anwaltskanzlei, die Michelmanns Mutter und Bruder vertritt, teilte nach dpa-Informationen mit, eine Vertretung der deutschen Botschaft habe die Journalistin am Donnerstag im Gefängnis in Aleppo besucht. „Damit ist inzwischen zweifelsfrei verifiziert, dass sie seit mehr als drei Monaten durch die syrische Regierung inhaftiert ist“, sagte Anwalt Roland Meister.
Zum Gesundheitszustand der Journalistin äußerte sich Meister besorgt. „Nach mehr als drei Monaten Haft unter Verletzung von internationalen Menschenrechtsvorschriften gehen wir davon aus, dass ihr Gesundheitszustand schlecht ist“, sagte er. Nähere Einzelheiten zu dem Besuch seien vertraulich. Bereits zuvor hatte die Kanzlei nach eigenen Angaben Hinweise auf eine Inhaftierung Michelmanns in Aleppo an das Auswärtige Amt weitergegeben.
Medienberichten zufolge war die Journalistin Mitte Januar in Nordsyrien bei einer Offensive der syrischen Armee verschwunden. Nach Recherchen der Familie und der Anwaltskanzlei wurde sie am 18. Januar gemeinsam mit einem Kollegen von Kräften der syrischen Übergangsregierung festgenommen und in einem Auto abtransportiert. Michelmann arbeitete den Angaben zufolge seit mehr als einem Jahr als freie Journalistin in Syrien. (mit dpa)
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