Verschwendung von über 600 Millionen Mark beklagt

Ärzte machen Kassen schwere Vorwürfe

Christian Lipicki
1 Min

BERLIN, 21. Mai. Die Kassenärzte haben den gesetzlichen Krankenkassen die Verschleuderung von Versichertengeldern vorgeworfen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Manfred Richter-Reichhelm, sagte am Montag bei der KBV-Vertreterversammlung in Ludwigshafen, die Kassen würden im Konkurrenzkampf um Versicherte medizinische Leistungen bezahlen, die nicht zum Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehörten. Dazu zählten beispielsweise Akkupunktur-Behandlungen. Richter-Reichhelm bezifferte die Verschwendung auf über 600 Millionen Mark. "Wahrscheinlicher ist, dass sie in Wahrheit Milliardenhöhe erreichen", sagte er.Eckpunktepapier vorgestelltRichter-Reichhelm kritisierte zudem, dass der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu umfangreich sei. Schon derzeit sei es den Ärzten kaum möglich, mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln die vereinbarten Leistungen zu erbringen. In einem Eckpunktepapier für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems schlagen die Kassenärzte deshalb vor, dass die gesetzliche Krankenversicherung nur noch für unverzichtbare medizinische Leistungen aufkommen soll. Darüber hinausgehende Leistungen sollen durch Zusatzversicherungen abgedeckt werden, so der Kassenärzte-Chef. Vor kurzem hatten sich bereits Union und FDP für die Einführung von Kern- und Wahlleistungen ausgesprochen. (lip.)

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