Die vor einigen Tagen verstorbene Stadtbärin Schnute wird der Nachwelt wohl nicht erhalten bleiben. Anders als im Fall von Eisbär Knut gebe es keine Pläne, das Tier auszustopfen, sagte Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU). Zumal das Fell der Bärin bei der Obduktion auch erheblich beschädigt worden sei.
Entstehung: Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurden 1939 vier Bären als lebende Wappentiere übergeben. Sie wurden in Berlins historischer Mitte in einem Bärenzwinger untergebracht. Dort befand sich zuvor ein Straßenreinigungsgebäude.
Bären: Drei Bären wurden im Krieg getötet. 1949 nahm die DDR die Tradition des Bärenzwingers wieder auf.
Berlins letzte Stadtbärin musste am vergangenen Sonntag im Alter von 34?Jahren eingeschläfert werden. Eine Obduktion im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung bestätigte nun, dass die Braunbärin an Arthrose und Herzinsuffizienz litt. Zudem entdeckten Veterinäre bei der Untersuchung im Computertomographen, dass sich Schnute schon vor längerer Zeit beide Hüftgelenke ausgekugelt hatte. Tierschützer reagierten empört, dass so gravierende Verletzungen offenbar unentdeckt geblieben waren.
Stadtrat Spallek machte am Freitag klar, dass es in Berlin keinen neuen Stadtbären geben werde. Nach seinen Vorstellungen solle der denkmalgeschützte Bärenzwinger im Köllnischen Park dem Märkischen Museum nebenan überlassen werden. Dort könnten dann wechselnde Ausstellungen und eine Dauerausstellung zur Stadtbären-Geschichte gezeigt werden. „Darüber sind wir bereits in Gesprächen“, bestätigte Museumssprecherin Anja Schulze.
Aufnahmen aus dem Jahr 2011: Schnute und Maxi erkunden neugierig einen Baumstamm.
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Stadtbärin Schnute wurde am 19. Januar 1981 geboren. Ihre Tochter Maxi brachte sie 1986 zur Welt.
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Schnute an ihrem 25 Geburtstag. Zum Festmahl im Januar 2006 gab es reichlich zu futtern für die Braunbärin.
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Ein Foto von einem Osterspaziergang der Braunbärin Schnute.
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Besuch im Bärenzwinger: Schnute im Oktober 2013.
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Proteste gegen die Bärenhaltung im Köllnischen Park in Berlin-Mitte: Tierschützer versammeln sich nach dem Tod von Stadtbärin Maxi am Gehege.
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Bärin Schnute (links) mit ihrer 2013 verstorbenen Tochter Maxi.
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Schnute in ihrem Gehege im Bärenzwinger im Köllnischen Park.
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Das Haus baue seine museumspädagogischen Aktivitäten für Kinder und Jugendliche ohnehin aus. Natürlich werde darüber abschließend der neue Direktor des Stadtmuseums, der Niederländer Paul Spies, entscheiden. Er soll im Februar sein Amt antreten.
Tierschützer und das Berliner Bärenbündnis hatten bereits seit längerer Zeit gegen die nicht artgerechte Haltung der Stadtbären in dem vergleichsweise engen Gehege protestiert. Die Tierschützerin und Designerin Maja Prinzessin von Hohenzollern meldete sich nun mit dem Vorschlag, vor dem Bärenzwinger ein Tierschutzdenkmal zu errichten, das an Leid und Misshandlung von Tieren erinnert.
Ein Natur- und Kunststein-Unternehmen aus der Schweiz sei bereit, einen Teil der geschätzten Kosten von 200?000 Euro zu übernehmen. Bedrohte und misshandelte Tierarten sollen auf dem Steinrelief abgebildet werden, darunter auch Stadtbärin Schnute.
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