„Völlig andere Fähigkeiten“

Pistorius hält Kampfjets aus Deutschland für Ukraine ungeeignet

Sollen der Ukraine moderne Kampfflugzeuge geliefert werden? Verteidigungsminister Boris Pistorius hält deutsche Maschinen nicht geeignet für die Ukraine.

Team News dpa/AFP
3 Min
Verteidigungsminister Boris Pistorius hält Kampfjets aus Deutschland nicht für den Einsatz in der Ukraine geeignet.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hält Kampfjets aus Deutschland nicht für den Einsatz in der Ukraine geeignet.

© Bonnfilm/imago

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hält Kampfjets aus deutschen Beständen nicht für den Einsatz in der Ukraine geeignet. Deutsche Tornados und Eurofighter hätten völlig andere Fähigkeiten, „als die, die jetzt in der Gefechtssituation, wie wir sie jetzt in der Ukraine haben, brauchen“, sagte Pistorius beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am Freitag. Deutschland benötige die Tornado-Kampfflugzeuge zudem für die sogenannte nukleare Teilhabe – also den Transport von US-Atombomben im Krisenfall.

Kiew fordert seit längerem die Lieferung moderner Kampfjets. Die Nato-Partner Polen und Slowakei haben der Ukraine Mig-29-Kampfjets sowjetischer Bauart geliefert. Sie wurden auch zuvor schon in der Ukraine genutzt, so dass dortige Piloten keine gesonderte Ausbildung für die Maschinen brauchten.

„Den ukrainischen Piloten ist vor allem mit Flugzeugen geholfen, die sie schnell fliegen können, die vor Ort gewartet werden können, wo die Technik bekannt ist“, sagte Pistorius. „Jedes Flugzeug, das jetzt dazu kommt, vergrößert die Herausforderungen an die Piloten-Ausbildung oder Weiterbildung: Da steigt man nicht mal so von einem Mietwagen in den anderen um.“ 

Pistorius: Instandsetzungszentrum für Leopard-Panzer ab Mai in Polen 

Derweil einigten sich Deutschland, die Ukraine und Polen darauf, ein gemeinsames Reparaturzentrum für Leopard-2-Panzer an der polnisch-ukrainischen Grenze einzurichten. Leopard-Panzer aus Deutschland, die im Ukraine-Krieg beschädigt wurden, sollen künftig in Polen repariert werden und damit schneller zurück an die Front kommen. Das soll sicherstellen, dass die Panzer bei Bedarf - und der Bedarf wird steigen - instandgesetzt und repariert werden können“, sagte Pistorius. Zur „fairen Aufteilung“ der Kosten von 150 bis 200 Millionen Euro im Jahr habe man sich auf eine Fondslösung geeinigt.

Das Zentrum nehme seine Arbeit wohl Ende Mai auf und zeige auch die Entschlossenheit der Partner der Ukraine, das Land in seinem Krieg gegen Russland weiter zu unterstützen, sagte Pistorius am Rande des Treffens der Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Militärstützpunkt Ramstein. Nächste Woche werde es eine erste Arbeitssitzung geben. Pistorius kündigte zudem die Ausbildung von mehr als 100 ukrainischen Soldaten am Kampfpanzer Leopard 1 ab (dem morgigen) Samstag an.

Zu einer möglichen Nato-Mitgliedschaft der Ukraine sagte der Minister, es sei für eine solche Diskussion jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. „Alle sehen die Ukraine in der Zukunft als Nato-Partner, aber bis dahin ist es noch ein Weg.“ Jetzt gehe es darum, dass die Ukraine im Krieg gegen Russland die Oberhand behalte. „Am Ende entscheiden die Nato-Partner, wer Mitglied wird. Ich nehme die breite Zustimmung wahr, aber es ist jetzt nicht der Zeitpunkt.“

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