Berlin hat sich auf den Winter eingestellt: Das erste verschneite Wochenende verlief nahezu störungsfrei. Trotz einer bis zu sieben Zentimeter dicken Schneeschicht registrierte die Polizei nicht mehr Unfälle als an anderen Tagen. Busse und Bahnen rollten planmäßig. Nur am Sonnabend fiel gegen Mittag die Sonderbuslinie A 16, die zwischen Wannsee und der Pfaueninsel verkehrt, auf Grund von Glatteis für einige Stunden aus. Die Deutsche Bahn meldete ebenfalls keine Unregelmäßigkeiten beim Zugverkehr. Auf den Flughäfen gab es keine größeren Verspätungen. Bei den Berliner Wasserbetrieben hat der Wintereinbruch nicht zu Problemen geführt. "Nach wenigen Tagen Frost besteht noch keine Gefahr für Wasserrohrbrüche", sagte ein Mitarbeiter der Wasserbetriebe.Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) sind rund um die Uhr im Einsatz, um Straßen und Wege abzustumpfen. "Insgesamt 2 300 Mitarbeiter des Winterdienstes sind mit 550 Fahrzeugen unterwegs, um Kiessplitt und Tausalz zu streuen", sagte BSR-Sprecher Bernd Müller. Auch zahlreiche Arbeitslose sind am Einsatz beteiligt, die sich im Vorfeld bei den Arbeitsämtern gemeldet hatten. "Die zusätzlichen Arbeitskräfte sind immer auf Abruf bereit", sagte Müller. Am heutigen Montag will die BSR dafür sorgen, dass die Berliner pünktlich zur Arbeit kommen: Die sonst um fünf Uhr beginnende Frühschicht wird auf drei Uhr vorverlegt. Auch bei der Flughafenholding und der Bahn bleiben die Winterdienstpläne bestehen. "Die Start- und Landebahnen werden ständig überwacht und gegebenenfalls aufgetaut", sagte die Sprecherin der Flughafenholding, Rosemarie Meichsner. Bei der Bahn sollen 1 500 beheizte Weichen in Berlin und Brandenburg dafür sorgen, dass der Zugverkehr planmäßig läuft. Ausflug zum TeufelsbergAuf Bergen und Hügeln der Stadt herrschte am Sonntag Hochbetrieb. Zehntausende hatten Skier und Schlitten aus dem Keller geholt und probierten sie aus. Ausflugsziel Nummer eins war für viele Familien der Teufelsberg im Grunewald. Schon morgens um zehn Uhr waren alle drei Parkplätze überfüllt, Eltern und Kinder schleppten Rodel- und Skiausrüstung den 115 Meter hohen Berg hinauf. Er ist gemeinsam mit den Müggelbergen die höchste Erhebung Berlins mit einer der längsten Rodelbahnen. Nicht nur Schlitten- oder Skifahrer kamen: Auch Snowboarder glitten den Berg hinunter. "Wir üben nur, denn eigentlich kann man hier kein Snowboard fahren", sagte Jochen Heyer, der mit seiner Freundin unterwegs war. Für den elfjährigen August aus Charlottenburg war das Schneevergnügen schnell vorbei: Auf seinem zum Snowboard umgebauten Skateboard stieß er bei der ersten Abfahrt mit einem Schlitten zusammen. "Jetzt habe ich keine Lust mehr", sagte der Junge, der eine Schramme am Kopf hatte. Größere Unfälle blieben aus.Auch die Müggelberge in Köpenick waren gut besucht. Zwar gibt es dort keine offiziellen Pisten, die "Todesbahn" ist seit 1992 geschlossen, doch "natürliche" Rodelbahnen ersetzen die Abfahrt. Vor allem die Fahrer der klassischen Holzschlitten kamen auf ihre Kosten, für die Plastikschalen waren die Bahnen nicht glatt genug. Familie Zimmermann aus Hellersdorf ist zufrieden: "Wir kommen immer hierhin, wenn viel Schnee liegt letztes Mal waren wir vor acht Jahren hier." Die Feuerwehr warnt davor, zugefrorene Seen zu betreten. "Die dünne Eisschicht kann noch keine Personen tragen", sagte ein Feuerwehr-Sprecher. (skk., wün., mö., fk.)TIPPS Gute Bahnen // In Berlin gibt es mehr als 100 Rodelstrecken. Die besten Bahnen: Wilmersdorf: der Teufelsberg, mit 115 Metern der höchste Trümmerberg der Stadt. Die längste Rodelbahn ist 150 Meter lang. Teufelsseechaussee, Bus 149 von U2 Theodor-Heuss-Platz.Köpenick: Die Müggelberge, die höchste natürliche Erhebung Berlins (115 Meter). Viele Bahnen mit unterschiedlicher Steigung, die berühmt-berüchtigte "Todesbahn" ist allerdings inzwischen gesperrt. Müggelheimer Damm, Bus 169 vom S-Bahnhof Köpenick.Friedrichshain: Im Volkspark bieten der Kleine und der Große Bunkerberg (48 und 78 Meter) gute Rodelmöglichkeiten. Am Friedrichshain, Tram 2, 3, 4, Bus 156.Wedding: Der Südliche Berg im Volkspark Humboldthain entstand aus Trümmern. Er ist 85 Meter hoch. Hussitenstraße, S 1, 2 Humboldthain.Kreuzberg: Die 50 Meter lange und sehr breite Rodelbahn ist besonders für Kinder geeignet. Methfesselstraße, U6 Platz der Luftbrücke, Bus 140.Prenzlauer Berg: Volkspark. Die Trümmer-Hügel sind 89 und 91 Meter hoch. Hohenschönhauser Straße, S8, 10 Landsberger Allee.Reinickendorf: Freizeitpark Lübars. Mehrere Bahnen, die längste 500 Meter, die kürzeste 45 Meter lang. Bus 221 von S 1 Wittenau.
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