Haben Sie Ihren Kaffee schon mal mit Sprudelwasser gekocht? Nein? Ich schon. Nicht etwa, weil ich einen neuen Food-Trend ausprobieren oder besonders verrückt sein wollte. Ich habe es getan, weil ich musste. Die letzten 500 Milliliter stilles Wasser hatte ich für meine Wärmflasche geopfert. Man muss Prioritäten setzten. Jetzt saß ich wieder auf dem Trockenen. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Vier Tage lang lebten meine Nachbarn und ich ohne Wasser. Gezwungenermaßen. Was ich in diesen 96 Stunden, von denen ich nur 48 Stunden vor Ort war, durchmachte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich durchlebte ein Wechselbad der Gefühle. Von Wut, die ich nicht herunterschlucken konnte, da mir das Wasser fehlte, über Trauer bis hin zu purer Freude.
Wohnen
Vier Tage ohne fließendes Wasser in Lichtenberg: Wenn die Hausverwaltung einen auf dem Trockenen sitzen lässt
Plötzlich röchelte der Wasserhahn unserer Autorin. Es kam kein Wasser mehr. Die Hausverwaltung kümmerte sich nicht. Nach 96 Stunden griff ein Nachbar zu drastischen Mitteln.
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Normalerweise fließt Wasser durch einen geöffneten Hahn. Mein Wasserhahn grummelt aber nur, wenn man ihn öffnet.
© Fotoillustration: Roshanak Amini für Berliner Zeitung am Wochenende. Bilder: Imago