Ukraine

Viktor Orbán: Ukraine hat „keine Chance“, den Krieg zu gewinnen

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán sieht die Ukraine im Krieg klar im Nachteil. Zudem kritisiert er die EU-Finanzhilfen für das Land.

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Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán

© Saul Loeb/AFP

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán sieht einem Politico-Bericht zufolge „keine Chance“ für die Ukraine, den Krieg gegen Russland zu gewinnen. Die finanzielle Unterstützung für die Ukraine „töte“ die EU außerdem „wirtschaftlich, finanziell“ und sei „einfach nur verrückt“, erklärte er in einem Interview mit Mathias Döpfer, dem Chef des Springer-Konzerns, zu dem auch Politico gehört.

„Wir haben bereits 185 Milliarden Euro verbrannt“, sagte Orbán demnach in einer Folge von Döpfners Podcast MD MEETS. Es sei zudem vorgesehen, die Ukraine weiter zu unterstützen. „Wir finanzieren also ein Land, das keine Chance hat, den Krieg zu gewinnen“, so Orbán.

Orbán: Europa soll mit Russland verhandeln

Ungarn hat in der Vergangenheit mehrfach damit gedroht, EU-Sanktionen gegen Russland zu blockieren. Zudem setzte sich Orbán bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump Anfang des Monats für eine Ausnahme der US-Sanktionen gegen russische Ölkonzerne ein. Diese soll nach US-Angaben zunächst für ein Jahr gelten.

Den Staats- und Regierungschefs der EU warf Orbán Politico zufolge vor, diese wollten „den Krieg fortsetzen“. „Sie denken … dass wir den Krieg fortsetzen müssen, um die Ukraine mehr zu unterstützen“, so Orbán. Dies bezeichnete er als „völlig falsch“.

„Die Situation und der Zeitpunkt sind für die Russen besser als für uns. Macht nicht weiter; beendet ihn so schnell wie möglich“, erklärte er. Die EU-Kommission reagierte laut Politico zunächst nicht nach einer Anfrage.

Orbán erwarte „ein Abkommen zwischen den Russen und den Amerikanern über den Krieg und über andere Fragen, Handel, Welthandel, Energie und andere Fragen“, hieß es. Trump hatte vor einigen Wochen ein zunächst angekündigtes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin jedoch vorerst abgesagt.

Orbán rief die europäischen Länder dazu auf, „einen unabhängigen Kommunikationskanal zu Russland“ zu eröffnen. Europa solle in Bezug auf die Ukraine „auf der Grundlage des europäischen Interesses“ verhandeln, sagte er und fügte hinzu, dass es ihn „nicht interessiere“, ob Russland gewinne oder verliere.

Er gehe jedoch davon aus, dass eine Sicherheitsvereinbarung „eine Art entmilitarisierte Zone“ beinhalten und Russland auch nach dem Krieg das ostukrainische Gebiet Donezk besetzen werde. Zudem wies er zurück, dass Russland ein EU- oder Nato-Land angreifen könne. „Wir sind viel stärker“, so Orbán.

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